Ein Versprechen
Als Siegerin ist Elina Garança eingezogen ins Theater ihrer Heimatstadt Riga. Auf zwei Tischen vor den seitlichen Parketteingängen standen gut und gern drei Dutzend gewaltige Blumensträuße mit den Glückwünschen und Grüßen all derer, die sich der Gunst der Sängerin versichern wollten. Im Parkett der scheidende und der designierte Chef der Wiener Staatsoper, der neue Intendant der Bayerischen Staatsoper, Vertreter großer Künstleragenturen und Habitués aus Österreich, Italien und Deutschland.
Sie alle wollten Elina Garanças Debüt als Carmen erleben oder besser: den Testlauf vor der Premiere an der Wiener Staatsoper im Jahr 2010, bei der dann Anna Netrebko und Rolando Villazón die Partner sein sollen.
Andrejs Zagars, der inszenierende Chef des lettischen Hauses, verlegt die Handlung nach Kuba: Sie beginnt vor einer Zigarettenfabrik mit dem Konterfei des Maximo Lider und der Inschrift: «Siempre Heroismo y Victoria». Aus Schmugglern werden Fischer, die mit einem Schiff von der Insel fliehen wollen. Escamillo ist kein Torero, sondern ein Boxer wie Teófilo Stevenson: Egils Silins stattet ihn mit beeindruckender Verve und einem prächtigen Thorax aus (ist aber mit der tiefen Lage von ...
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