Problemfall «Fidelio»
Beethovens «Fidelio» war von Anfang an ein fester Pfeiler der Spielplanpolitik der Salzburger Festspiele. Einige der legendär gewordenen Aufführungen sind auf Tonträgern überliefert, Maßstäbe für spätere Zeiten setzte vor allem Wilhelm Furtwänglers Aufnahme von 1950 mit Kirsten Flagstad und Julius Patzak in den Hauptrollen.
Die Produktion von 1983, deren Audio-Mitschnitt jetzt bei Orfeo vorliegt, gehörte zweifellos nicht zu den Salzburger Sternstunden.
Zu unverbindlich war die Inszenierung des greisen Leopold Lindtberg geraten, zu unverbindlich erscheint aber auch die musikalische Interpretation. Man glaubt einer beliebigen Repertoirevorstellung der Wiener Staatsoper beizuwohnen, nicht einer Festspiel-Premiere; der Grund der Veröffentlichung zum jetzigen Zeitpunkt bleibt unklar. Möglicherweise war der 85. Geburtstag des kurz zuvor verstorbenen Dirigenten Lorin Maazel der Anlass, doch der hatte 20 Jahre früher bei Decca eine insgesamt überzeugendere und dynamischere Studioeinspielung, ebenfalls mit den Wiener Philharmonikern, herausgebracht. Hier scheint sein Interesse auf die Wiedergabe der dritten Leonoren-Ouvertüre fokussiert, die Oper selbst geht er eher routiniert an. Auch bei ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt November 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 31
von Ekkehard Pluta
Jubilare
Die italienische Koloratursopranistin Luciana Serra debütierte 1966 an der Ungarischen Staatsoper in Budapest mit einer in ihrer Heimatstadt Genua zusammengestellten Reisetruppe in Cimarosas «Convito». Von 1968 bis 1977 war sie am kaiserlichen Opernhaus von Teheran engagiert, bevor sie nach dem Sturz des Schahs wieder nach Italien zurückkehrte und vor...
Obwohl Heliogabalus nur knapp vier Jahre Kaiser war und – nach allem, was wir wissen – kaum besser als seine Vorläufer und Nachfolger im zerfallenden römischen Reich, sorgt er bis heute bei Künstlern und Historikern immer wieder für Aufregung und Anregung. Er war eben nicht nur dekadent, sondern auch jung, schön und pervers. Größenwahnsinnig, korrupt und ein Mörder...
Seit David Pountney die durch einen Roman der polnischen Auschwitz-Überlebenden Zofia Posmysz inspirierte «Passagierin» 2010 bei den Bregenzer Festspielen auf die Bühne brachte, hat das Werk des Komponisten Mieczyslaw Weinberg eine erstaunliche Renaissance erfahren. Die Bregenzer Produktion war u. a. in Warschau und New York zu sehen, die Oper Frankfurt und das...
