Plappermaul
Katia Ricciarelli selbst war auf der Bühne ja nie sehr komisch, doch hat sie als Lehrerin den Bassbariton Paolo Bordogna mit ausgebildet. Der rattert auf seiner CD «Tutto Buffo», begleitet von der Filarmonica Arturo Toscanini unter Francesco Lanzillotta, durchs bekannte Repertoire von Leporello über Bartolo, Don Magnifico, Mamma Agata, Dulcamara, Falstaff, Don Pasquale & Dottore Malatesta und andere zu «Gianni Schicchi», aber auch zu Mascagnis «Le maschere» und Nino Rotas «Il cappello di paglia di Firenze».
Bordogna hat prächtiges Material, doch nimmt er sich gesangstechnisch seine Freiheiten, singt kaum auf dem Atem, sondern stemmt viel, mag herausgebellte Töne als Ausdrucksmittel einsetzen. Die einzelnen Figuren charakterisiert er bloß in Maßen, setzt etwa Pasquale gegen Malatesta (er verkörpert beide gleichzeitig, die Technik macht’s möglich) nur wenig ab. Seinen Charme spielt er jedoch mit dem aberwitzigen Tempo aus, in dem er Texte abzuliefern versteht, etwa in «A un dottor della mia sorte» aus dem «Barbiere di Siviglia». Geschwind gewinnt.
Paolo Bordogna: Tutto Buffo
Arien und Szenen von Cimarosa, Mozart, Rossini, Donizetti, Verdi, Puccini, Mascagni, RotaFilarmonica Arturo ...
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Opernwelt November 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 32
von Gerhard Persché
Wieder ertönt das weiße Rauschen mit diesem dröhnenden Brummen. Eine aus der Gruppe von acht Leuten, die sich bis hierhin brav von Raum zu Raum bewegt hat, stößt eine Klapptür auf, wir folgen, verharren in einer Schleuse (das Dröhnen!), gelangen auf ein Zeichen durch die nächste Tür in eine Art Wartezimmer. Kitschige Tapetendrucke, ein Zimmerbrunnen spült klares...
Herr Akzeybek, war Singen für Sie schon immer ein Herzenswunsch?
Das hat sich so ergeben. Ich bin als Jugendlicher in Izmir öfter bei Familienfeiern aufgetreten. Irgendwann meinten Freunde, ich solle meine Stimme ausbilden lassen. So habe ich mich um einen Platz am städtischen Konservatorium beworben – und wurde angenommen.
Und da stand fest: Ich will Opernsänger...
Nach einem Album mit romantischen Arien, darunter selten zu hörende Preziosen von Franz Schubert und Otto Nicolai, legt Christian Gerhaher nun ein weiteres vor, das ausschließlich Mozart gewidmet ist und Bassarien aus den drei Da-Ponte-Opern sowie aus der «Zauberflöte» enthält. Das erscheint auf den ersten Blick wenig spektakulär – und ist es in vielerlei Hinsicht...
