Plädoyers für die Landessprache
In einer Zeit, in der jedes deutsche Provinztheater «Jenufa» auf Tschechisch und «Eugen Onegin» auf Russisch spielt, wobei die Sänger, die sich ihren Text phonetisch eingehämmert haben, nicht verstehen, was sie singen (und das Publikum erst recht nicht), ist die Renaissance der Rundfunkaufnahmen aus der Zeit des Wirtschaftswunders ein heilsames Korrektiv. Statt der Schimäre des Authentischen nachzujagen, hat man sich damals auf die Vermittlung des musikdramatischen Inhalts konzentriert und die deutsche Sprache dabei nicht als Hindernis, sondern als Katalysator empfunden.
In anderen Ländern hat man mit dem Einsatz der Muttersprache auch weiterhin keine Probleme, wie die bis heute erfolgreiche Serie «Opera in English» bei Chandos zeigt. Fünf CD-Veröffentlichungen von europäischen Funkproduktionen, die ursprünglich nur für den Sendebedarf gedacht waren, plädieren mehr oder minder überzeugend für den Gebrauch der Landessprache.
Ein sehr frühes Dokument kulturellen Wiederaufbaus hat jetzt das Schweizer Label Relief mit einem vom NWDR (später NDR) produzierten «Faust» aus dem Jahr 1949 erstmals komplett veröffentlicht. Gounods Oper wird hier unter Wilhelm Schüchters kompetenter Leitung ...
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Auf ihrer Website stellt sie sich als Stimmsolistin, Schauspielerin, Sängerin und Cellistin vor. Salome Kammer hat diese Reihenfolge zweifellos bewusst gewählt. Dass die Vokalkunst, der experimentelle Einsatz der Stimme an erster Stelle steht, ergibt sich aus der Laufbahn dieser von vielen Musen geküssten Klangrednerin, die aus einem kinderreichen hessischen...
Zwischen diesen beiden jüngst erschienenen «Arabella»-DVDs liegen Welten: hier die klassische Fernseh-Verfilmung im Playback aus dem Jahr 1977, dort die Wiederaufnahme einer Götz-Friedrich-Inszenierung als Live-Mitschnitt aus Zürich.
Bei Otto Schenks Filmversion erfreuen erlesen beleuchtete, prachtvolle Räume des 19. Jahrhunderts und lebendige Kamerafahrten mit...
Ein magischer Ort. Richard Wagner beschreibt ihn in seiner Autobiografie «Mein Leben» eher unverfänglich: «Wir waren uns jetzt durch die unmittelbare, eigentlich ländliche Nachbarschaft so nah gerückt, dass eine starke Vermehrung der Beziehungen bloß durch die einfache tägliche Berührung nicht ausbleiben konnte.» Sic! Wer sich heute in Zürich auf die Suche nach...
