Patchwork

Oslo: Kverndokk: Jorden rundt på 80 dager

Opernwelt - Logo

Mehr als 250 Mitwirkende auf und hinter der Bühne, 490 Kostüme, 202 Perücken, 396 Paar Schuhe, 500 Kulissenteile, 42 Szenenbilder, 70 Bühnenfahrten – ein größerer Aufwand ist an der Norwegischen Nationaloper noch nie für eine einzelne Produktion getrieben worden. Geld spielte bei dieser verspäteten Uraufführung in Oslo, mit der das neue «weiße» Haus am Hafen eigentlich im April 2008 eröffnet werden sollte, offenbar keine Rolle.

Wie auch? Hatte man für den virtuos proportionierten, kühn aus dem Wasser ansteigenden Bau des norwegischen Büros Snøhetta nicht 530 Millionen Euro springen lassen? Da kann man an dem, was im Inneren passiert, nicht plötzlich sparen. Zumal am ersten großen Auftragswerk der neuen Ära, das vor zwei Jahren nur deshalb nicht im Rampenlicht stand, weil die komplexe Bühnentechnik noch nicht funktionierte. Es ging also nicht nach Kleinkleckersdorf, sondern in gut zweieinhalb Stunden um die Welt, als der norwegische Komponist Gisle Kverndokk nun endlich im voll besetzten 1358-Plätze-Auditorium jener Klangreise lauschen konnte, die ihm auf ein Libretto von Øystein Wiik nach dem berühmten Jules-Verne-Roman eingefallen war.

Kverndokk zieht alle Register: großes ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2010
Rubrik: Panorama, Seite 53
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Thema verfehlt

Verdis «Otello» einem Schauspielregisseur anzuvertrauen, der seinen Shakespeare kennt, ist eine naheliegende Idee. Und da die Musik vom ersten bis zum letzten Takt szenisch und auch räumlich konzipiert ist, muss sich auch ein relativer Opernneuling keine handwerkliche Blöße geben, wenn er nur zu lesen und zu hören versteht. Andreas Kriegenburg, derzeit...

Maß aller Dinge?

Kahlenberg nennt sich der Aussichtshügel am Rande Wiens, vor dem die Donaumetropole sich hinstreckt wie ein bunt bestickter Teppich. Der Name lädt freilich auch zu einem ätzenden Wortspiel in Zusammenhang mit dem Alban-Berg-Jubiläum und den Wiener Festwochen 2010 ein. Denn Letztere feiern die 125. Wiederkehr des Geburtsjahrs dieses Komponisten mit einem ziemlich...

Russisches Musiktheater

Claudio Abbado und Alfred Kirchner haben 1989 in Wien den Nachweis erbracht, dass das schwer zugängliche Historiendrama «Chowanschtschina» ein dem viel gespielten «Boris Godunow» ebenbürtiges Werk ist. Seitdem haben sich einige größere westeuropäische Häuser an dem Stück versucht und sind zu ähnlichen Resultaten gelangt. «Chowanschtschina» stellt für den Dirigenten...