Orchestertransparenz

Eine englische Nationaloper: Sullivans «Ivanhoe» unter Leitung von David Lloyd-Jones

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Walter Scotts «Ivanhoe»-Roman führt zurück ins mittelalterliche England. Während der Abwesenheit von König Richard Löwenherz ist das Land gespalten: Den eisernen Normannen stehen die freiheitsstolzen Angelsachsen gegenüber. Hinzu kommt ein intrigierender Bruder des Königs, der selbst die Krone erlangen möchte. Scott, der mit diesem Werk einen neuen Typus des historischen Romans begründete, liefert eine pralle Stofffülle mit einer schwer zu überblickenden Zahl an Figuren.

Das Modell ist zeitlos: Der Konflikt feindlicher Mächte löst sich in einer Synthese, die Geschichte als Prozess des Fortschritts ausweist.

Wenige Jahre nach der Erstveröffentlichung 1819 (die auf 1820 datiert war) folgte mit Rossinis «Ivanhoé» die erste Opernadaption des Stoffes, gefolgt 1829 von Marschners «Die Templer und die Jüdin» sowie weiteren Werken von Giovanni Pacini und Otto Nicolai, bevor schließlich Arthur Sullivan den Versuch unternahm, mit seinem «Ivanhoe» die erste englische Nationaloper zu schreiben. 1891 fand die Uraufführung im riesigen Royal English House unter großem Jubel statt. 153-mal wurde das Werk gespielt. George Bernard Shaw äußerte sich in seiner Eigenschaft als Musikkritiker skeptisch, ...

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Opernwelt Mai 2010
Rubrik: Medien/CD, Seite 31
von Christoph Vratz

Vergriffen
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