Opernkino ohne Bild
Prinzipiell lässt sich darüber streiten, ob es sinnvoll ist, Bühnenproduktionen, die vor allem wegen ihrer szenischen Aspekte große Beachtung gefunden haben, als pure Tonkonserven zu veröffentlichen. Der Stuttgarter «Ring» von 2002/03 liegt mittlerweile bei Euroarts auf DVD vor und hat in der Filmversion ebenso viel Zustimmung gefunden wie seinerzeit die Bühnenpremieren. Augen haben schlechte Ohren, will sagen: Vom Optischen fasziniert hört auch der kritische Musikfreund leicht über vokale Unzulänglichkeiten hinweg.
Bei einem nur akustischen Mitschnitt fallen solche Schwächen aber desto stärker ins Gewicht. Das hat das vor Monaten bei Naxos veröffentlichte «Rheingold» schon schmerzhaft deutlich gemacht. Aber auch die jetzt nachgereichte «Walküre» lässt nicht durchweg Freude aufkommen.
Den ersten Akt verfolgt man noch mit einiger Spannung, da das Wälsungenpaar mit Robert Gambill und Angela Denoke vokaldramaturgisch sehr glücklich besetzt ist und Attila Jun über die der Partie des Hunding adäquate sinistre Stimmfarbe verfügt. Doch bereits im zweiten Akt gibt es in den Auseinandersetzungen Wotans mit Fricka und Brünnhilde einige Durststrecken zu überstehen. Denn Jan-Hendrik ...
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