«Oper macht mich einfach glücklich»
Herr Ranisch, Sie haben an der Bayerischen Staatsoper einige kleine Stücke inszeniert, dazu Haydns «Orlando Paladino» für die Münchner Opernfestspiele, im Frühjahr 2020 machen Sie «Rigoletto» in Lyon als Koproduktion mit München: Sie werden ja richtig etabliert ...
Ob und wann der «Rigoletto» in München zu sehen sein wird, steht in den Sternen. Nikolaus Bachler war eben der Erste, der es sich vorstellen konnte, mich zur Oper zu holen. Die Bayerische Staatsoper ist tatsächlich wie ein zweites Zuhause. Ich fühle mich da ungeheuer wohl.
Insofern würde ich weniger vom Status als etablierter Regisseur sprechen, sondern eher von einer etablierten Beziehung.
Aber der Betrieb unterscheidet sich doch radikal von Ihren anderen Standbeinen.
Die Oper bietet mir viele Freiheiten, die ich zum Beispiel beim Fernsehen nicht habe. Dort wird ständig auf die Quote geschielt. Und die wird immer noch über ein paar tausend TV-Geräte gemessen bei Menschen, die mindestens fünf Stunden fernsehen und genau angeben, wann die Oma dazukommt oder sie auf die Toilette gehen – absurd. Die Angst ist bei den Sendern oft viel größer als der Mut. Man denkt auch viel mehr in Formaten. Mit meinen drei ...
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Opernwelt Dezember 2019
Rubrik: Interview, Seite 28
von Markus Thiel
JUBILARE
Sieghart Döhring kam im ostpreußischen Bischofsburg/Biskupiec zur Welt. Er studierte Musikwissenschaft, Theologie und Philosophie in Hamburg und Marburg/Lahn, wo er 1969 mit einer Arbeit über die «Formgeschichte der Opernarie vom Ausgang des achtzehnten bis zur Mitte des neunzehnten Jahrhunderts» promoviert wurde. Von 1983 bis 2006 leitete er das...
«Le Villi» sind rare Gäste auf der Bühne, zuletzt in Budapest im Frühjahr 2019. Die ursprüngliche, 1883 komponierte Fassung dieser ersten Oper Puccinis kannte man bisher nur aus dem Überblick in Dieter Schicklings Werkverzeichnis. Deren Titel «Le Willis» weist noch in der Verwendung des dem Italienischen fremden «W» darauf, dass es um Fantastisches aus dem nebligen...
In der Berliner Staatsoper sieht man fast nur noch belanglos-dekorative Produktionen. Im Alten Orchesterprobensaal dagegen, Ort für kleinere Projekte, schießt man oft übers Ziel hinaus: Hier wird auf eine Weise experimentiert, dass man sich vor allem mit Rätseln konfrontiert sieht, mit einem Überschuss an Absichten, die szenisch selten genügend Schlagkraft...
