Nonsense-Kantate

Rossinis «Il viaggio a Reims» als Live-Aufnahme aus Bad Wildbad

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Mein Königreich für ein Pferd! Shakespeares Richard III. bietet diesen Tauschhandel an. Und die mangels equestrianischer Hilfe im Badeort Plombières festsitzende Gesellschaft, die zur Krönung Karls X. nach Reims will, wäre ihm wohl gern gefolgt. Doch der Deal misslingt, wenn dies bei den Letzteren auch nicht zum Selbstmord führt wie im Falle des englischen Herrschers, sondern zu einem turbulenten Fest.

Rossinis Nonsense-Kantate zur Krönung von Kaiser Karl X.

im Mai 1825 traf den Nerv der Zeit, denn mit Sarkasmus begleitete das revolutionäre Frankreich dessen ultrareaktionäre Politik, nach fünf Jahren dankte er ab. Zuvor hatte Rossini das Wichtigste dieser eleganten Partitur bereits für eine andere Oper, «Le Comte Ory», recycelt. Als aber «Il ­viaggio a Reims» 1984 wieder auf der Bühne auftauchte wie das Kaninchen aus dem Hut des Zauberers, jubelte die Fachwelt. Zugleich galt das Werk als für den Theateralltag unantastbar, hatte Dirigent Claudio Abbado damals beim Festival in Pesaro doch eine Riege erlesener Sänger-Stars vereint, denen nachzueifern etwa einem Stadttheater nicht möglich schien. Aber man spielt gelegentlich ja auch «Le Comte Ory» im Repertoire, warum also nicht die ...

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Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 41
von Gerhard Persché

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