Operette ist das Schwerste überhaupt

Vor der sogenannten leichten Oper hat ANNA PROHASKA höllischen Respekt. Auch weil sie die Fallstricke des Genres aus der Familie kennt. Vom Stimmtyp her fühlt sich die lyrische Sopranistin bei Mozart und in der Barockmusik besonders wohl. Aber sie träumt auch von Mélisande. Und davon, dass Frauen endlich im Alleingang Karriere machen können. Hier gibt sie Auskunft über Vorbilder, Ensembletreue und Seitensprünge

Opernwelt - Logo

Frau Prohaska, Sie haben kürzlich ein Album mit Arien von Purcell, Graupner, Sartorio, Locke, Castrovillari, Händel, Hasse und Cavalli veröffentlicht. Titel: «Serpent & Fire» – ein blütenreines Konzeptalbum. Warum ist das nicht bei Ihrem Haus-Label, der Deutschen Grammophon, erschienen?
Es war dort geplant. Als sich die Führungsstruktur bei der Deutschen Grammophon veränderte, wollte man das Projekt verschieben. Dabei drohte es sich in Luft aufzulösen.

Die Termine mit dem Ensemble Il Giardino Armonico waren fixiert, also musste ich mich nach einer Möglichkeit umschauen, die CD anderswo zu realisieren. Es hat mich einige schlaflose Nächte gekostet.

Ein Intermezzo, bevor Sie zur Grammophon zurückkehren?
Ja. Allerdings hat das Label Alpha, mit dem ich «Serpent & Fire» glücklicherweise realisieren konnte, gleich weitergeplant, sodass da noch zwei weitere Programme erscheinen werden, bevor ich wieder zur Deutschen Grammophon gehe. DG ist ein exzellentes Label, bei dem ich mich bislang sehr wohl gefühlt habe. Ich glaube aber nicht, dass potenzielle Käufer heute noch unbedingt nach dem Namen des Labels urteilen.

Fühlten Sie sich optimal repräsentiert bei der Grammophon?
Das schon. Trotzdem ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Interview, Seite 82
von Kai Luehrs-Kaiser

Weitere Beiträge
Violetta im Park

Als es ans Sterben geht, wird es feucht. Nicht nur in den Augen mancher Zuhörer, sondern auch am Himmel. Doch der Wettergott hat ein Ein­sehen, es tröpfelt nur ein wenig. Keiner der 2000 zahlenden Besucher und der 20 000 erwünschten Zaungäste muss weichen, ehe Violetta Valery ihr Leben ausgehaucht hat. Niemand möchte missen, was Marina Rebeka zu singen hat....

Editorial

Anfang August hat der Deutsche Bühnenverein mal wieder Zahlen veröffentlicht, die sogenannte Werkstatistik. Die Saison 2014/15 nach Sparten sortiert, in Tabellen quantifiziert, auf 416 Seiten. Neue Einsichten? Nicht wirklich. In der Oper liegen die üblichen Verdächtigen vorn. Allerdings hat Mozart diesmal die Chart-Krone an Verdi verloren. Mit 124...

Doppelpack

Am Tag danach war sie schon wieder in der Altstadt unterwegs. Weißblaues Kleid, der Gatte farblich passend gewandet, der Sohn aus erster Ehe ebenfalls dabei. Jeder, der mochte, konnte Salzburgs Royal Patchwork-Family knipsen – Anna Netrebko nimmt das schmerzfrei, ja sportiv: Wo das weltteuerste Festival gerade an akuter Giga-Star-Armut krankt, muss man dem Publikum...