Neues vom alten Joseph
Er hätte ja gehen können, aber er blieb. Für lange. Haydn hielt den Ersterházys die Treue. Wohl auch, weil dort das Theaterleben munter brummte: Zwei Theatergebäude, ein großes Opernhaus, dazu ein kleineres Marionettentheater boten viele Möglichkeiten. Knapp 90 Opern hat Haydn dort binnen 14 Jahren einstudiert. Einziges Manko: Ihm standen kaum taugliche Solisten zur Verfügung, lediglich zwei Sängerehepaare sorgten für ansprechendes Niveau.
Auf dieses Doppel-Paar ist auch die Besetzung einer Marionettenoper gemünzt, die Haydn anlässlich eines Besuchs von Kaiserin Maria Theresia auf Esterháza komponierte – möglicherweise wurde mit diesem Werk das Puppentheater sogar eröffnet: «Philemon und Baucis», die alte mythische Geschichte vom mittellosen, aber hilfsbereiten Ehepaar, das in seiner spärlichen Hütte die zur Erde herabgefahrenen Götter Jupiter und Merkur rührend umsorgt. Haydn setzte die Handlung nach einem Text von Gottlieb Konrad Pfeffel in Musik. Allerdings ist das Öperchen unvollständig überliefert: Ganze 42 Minuten Musik haben sich erhalten.
Wolfgang Brunner und die Salzburger Hofmusik haben «Philemon und Baucis» nun aufgenommen und dabei in ihrem Vortrag die unterschiedlichen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Es beginnt vielversprechend: Zu den ersten Takten, noch bevor der Vorhang ganz oben ist, dringt ein markerschütternder, langgezogener Schrei in den Zuschauersaal der Komischen Oper. Alles scheint in diesem Schrei enthalten: die gebrochenen Herzen der vielen Frauen, die der Herzog von Mantua benutzt und dann weggeworfen hat; die Verzweiflung der vielen Väter, über...
Bis zum Rathaus haben es die Bremer Stadtmusikanten bekanntlich nicht geschafft. Statt ihr Glück unter dem Dach der Hanse-Bürgerschaft zu suchen, sind Esel, Hund, Katze und Hahn dann doch lieber im Wald geblieben. Die ruhige Räuberhütte, deren Bewohner sie mit einem konzertierten Bluff vertrieben hatten, verheiße eine bessere Zukunft als das Leben unter Kaufleuten,...
Unter den Frauen Gounods ist sie gewiss die blasseste. Weder hat sie das Feuer der Juliette, noch das Fatalistische der Marguerite, und auch die Königin von Saba, Sappho und Baucis werfen mehr Schatten als sie, die zartdünne Erscheinung. Wenig Wunder, dass Mireille bei ihrem Erscheinen in der Welt am 19. März 1864 im Théâtre-Lyrique zu Paris nur wenig Glanz...
