Namenlose Freude
er Intendant erscheint schon am Nachmittag im Frack. Keine Zeit mehr, um sich umzuziehen zwischen Hausrundgang, Gespräch und Premierenbeginn. Schließlich gibt es viel zu erzählen, zu zeigen, zu erklären im schmucken neuen Heim. Endlich mal ein Musentempel, der nicht geschlossen, sondern (wieder)eröffnet wird. Und so leuchten sie zu Recht, die Augen Anton Nekovars.
Seit 2005 steht er an der Spitze des Theaters Vorpommern, das aus den Spielstätten in Greifswald, Stralsund und Putbus besteht und sich seit jeher immer ein bisschen als benachteiligte Schwester des Mecklenburgischen Landestheaters in Schwerin fühlt. Nekovar sieht es mit Ingrimm. Doch der gelernte Schauspieler ist ein echter Theatermann vom alten Schlag. Und er ist Wiener. Mit Charme und Verve führt er sein Amt, und er fühlt sich wohl hier unter den als stur- und starrköpfig geltenden Nordostlichtern. Entscheidendes Plus: Nekovar ist omnipräsent, er geht ins Gasthaus, er geht zu den Parteien, er geht zum Lions Club. Er will die Leute davon überzeugen, dass Theater wichtig ist, nein: lebensnotwendig.
Gerade in dieser Region. Es ist kein Geheimnis, dass Mecklenburg-Vorpommern zu den strukturschwächsten Regionen ...
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Einundachtzig Jahre nach ihrer Uraufführung im Januar 1927 hat die Dresdner Semper-Oper Othmar Schoecks Kleist-Oper «Penthesilea» erneut auf den Spielplan gesetzt und damit nach der Basler Produktion vom vergangenen November (siehe OW 12/2007) ein weiteres Mal die Lebensfähigkeit des selten gespielten Werkes bewiesen. In seiner strengen Inszenierung hat Günter...
Wozzeck legt sein Ohr an die Erdkruste: Alles hohl, sagt er, und vermutet als Grund die Freimaurer. Aktuelle Bilder treten einem bei dieser Aussage vor Augen: Die Erde wird ausgehöhlt, das Öl abgezapft, Kohle so lange abgebaut, bis die trügerische «schöne» Oberfläche einstürzt. Menschlicher Forschungsgeist, menschliche Geldgier, menschliche Uneinsichtigkeit gründen...
