Musikalisches Glück
Der russische Komponist Alexander Wustin, geboren 1943, hat sich den Ruf eines ernsthaften, tiefgründigen Avantgardisten erworben. Sein intensives Erleben der Zeitgeschichte als Raum für das aktuelle Musikschaffen lässt ihn in gewisser Weise zu einem Erben Anton Weberns werden. Vladimir Jurowski, seit 2011 Leiter der Jewgenij-Swetlanow-Symphoniker, ernannte Wustin zum Composer in residence und machte das Publikum in einigen glänzenden Aufführungen mit dessen Orchesterwerken vertraut.
Für sein neues Opernprojekt in Moskau (nach «Ruslan und Ljudmila» im Bolschoi-Theater, 2011) wählte der Dirigent nun Wustins 1989 vollendete Oper «Der verliebte Teufel» auf den gleichnamigen Roman von Jacques Cazotte (1772). Sie hatte, wie so viele avantgardistische Bühnenwerke, unbeachtet in der Schublade gelegen, ohne jede Chance, auf eine große Moskauer Bühne zu gelangen.
Jurowskis Engagement gleicht nicht zuletzt deshalb einer Pioniertat. Und so sorgfältig, leidenschaftlich hatte er die Oper einstudiert, dass ihre Uraufführung im Stanislawski-und Nemirowitsch-Dantschenko-Musiktheater (SNDM) zu einem Triumph geriet: Wie eine frisch gebackene Pirogge goutierte das Publikum den «Verliebten Teufel» ...
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Opernwelt April 2019
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Alexei Parin
JUBILARE
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