Menschliche Grazie
Mit ihrer mädchenhaften Ausstrahlung, ihrer unaufgesetzten Jugendlichkeit hat sie das Rollenbild von Mozarts Susanna ebenso geprägt wie das von Webers Ännchen. In Edith Mathis fanden diese beiden Partien ihre ideale Verkörperung, aber auch als Sophie im «Rosenkavalier», als Zdenka in «Arabella», als Pamina und nicht zuletzt als Cherubino war sie viele Jahre lang eine Traumbesetzung aller großen Opernhäuser.
Stimme und äußere Erscheinung haben selten zu so vollkommener Harmonie gefunden wie bei dieser Sängerin, die sich mit ihren zarten, innigen Soprantönen ins Herz des Publikums sang. Jeder Auftritt von ihr schien exemplarisch das zu bestätigen, was Heinrich von Kleist in seinem Aufsatz über das Marionettentheater zur menschlichen Grazie gesagt hatte.
Die junge Schweizerin hatte in Luzern debütiert und war innerhalb kürzester Zeit über Engagements in Zürich und Köln zu einer festen Größe im internationalen Opernbetrieb aufgestiegen. Hamburg, Berlin, München, Salzburg, Wien, London und New York sahen sie regelmäßig zu Gastspielen. Karl Böhm, Herbert von Karajan, Wolfgang Sawallisch, Rudolf Kempe, Rafael Kubelik und Carlos Kleiber zählten zu den sie hoch schätzenden Dirigenten, ...
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Dass Märchen nicht nur kleine, sondern auch große Kinder angehen, wissen wir spätestens seit Freud. Schon die Romantik hatte den mythischen Mehrwert jener im gemeinen Volk kursierenden Traumgeschichten im Blick, in denen die psychoanalytische Theorie später Bilder des Vor- und Unbewussten entdecken sollte. Was man sich von schönen Nixen, bösen Hexen und faulem...
Wieder ist es – nach Trier und Cottbus – eine der kleineren deutschen Bühnen, die sich der 2002 in Montpellier wiederbelebten «Rheinnixen» von Jacques Offenbach annimmt. Kapellmeister Hartmut Brüsch hat das mit dreieinhalb Stunden reiner Spieldauer überlange Werk auf (inklusive Pause) zweieinhalb Stunden gekürzt und damit eine praktikable, handhabbare Fassung...
Mats Ek, als Choreograf sind Sie weltberühmt. Als Schauspielregisseur sind Sie in Schweden eine anerkannte Größe. An der Stockholmer Oper arbeiten Sie zum ersten Mal. Und doch sind Sie, was die Opernregie betrifft, kein unbeschriebenes Blatt.
Das stimmt, ist aber schon 35 Jahre her. Ich habe nicht nur einen Gluck inszeniert, sondern auch eine «Zauberflöte» mit der...
