Mann ohne Eigenschaften

Die Eröffnung der Bayreuther Festspiele mit dem «Holländer» unter Christian Thielemann

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Die eigentliche Premiere bei der diesjährigen Bayreuther Eröffnung bestand darin, dass es die Premiere des Vorjahres war. Kein Ruhmesblatt der Disposition und in der Geschichte der Festspiele noch nie dagewesen. Bundeskanzlerin und Bundespräsident kamen gemeinsam, auch das eine Premiere, aber im Wagner-Jahr keine Überraschung. Die Festspielleiterinnen dagegen zeigten sich nicht. Ausgerechnet im Wagner-Jahr. Zu heikel das Protokoll, sagen die einen. Angst vor einem Attentat, sagen andere.

Jedenfalls kletterten Sicherheitsbeamte auf dem Gerüst hinter der Plane, die die Fassade des Festspielhauses verbirgt und zitiert.

Musikalisch fiel der «Holländer» teils frischer, teils fader aus als letzten Sommer (siehe OW 9-10/ 2012). Frischer, weil Christian Thielemann und das Festspielorchester schon in der Ouvertüre für wilden, aber nie wüsten Wellengang sorgten. Ohne Metapher formuliert: Die chromatischen Streicherpassagen (Wagner notiert sie im Sechs-Achtel-Takt) wurden zielgerichtet phrasiert, das metrische Gerüst und seine Aushebelung gleichzeitig hörbar. Die Chöre (Eberhard Friedrich) waren dynamisch fein austariert, das heißt: nie zu laut, selbstgefällig oder wunschkonzerthaft. So ...

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Opernwelt September/Oktober 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 9
von Stephan Mösch

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