Man trifft sich in Paris
Am Anfang der Operngeschichte stand die Idee eines Schauspiels, in dem die Worte nicht gesprochen, sondern gesungen werden.
1 Die Formeln, mit denen die ersten Opernkomponisten das aus dem Sprechen abgeleitete Singen charakterisierten, heben die Vermittlung zwischen beiden Formen menschlicher Mitteilung hervor: Jacopo Peri etwa teilt mit, dass er in seiner «Euridice» (Florenz 1600) ein «Mittelding» («cosa mezzana») zwischen dem normalen Sprechen und dem melodischen Singen gesucht habe,2 und Emilio de’ Cavalieri spricht im Vorwort seiner «Rappresentazione di anima, et di corpo» (Rom 1600) vom «recitar cantando», dem «singenden Sprechen», das Grundlage seines Werks sei.3
Schon früh erkannte man die Gefahr, die eine durchgehend rezitativische Gestaltung in sich birgt: Der Hörer wird müde, er langweilt sich ob des gleichbleibenden Tonfalls, mag er auch noch so differenziert gestaltet sein. Peri und Giulio Caccini lockerten in ihren «Euridice»-Opern den Rezitativfluss bereits durch kleine Ensembles, Ritornelle und liedhafte Sätze auf, Monteverdi ging im «Orfeo» (Mantua 1607) sogar noch entschieden weiter und bot ein wahres Kontrastpanorama unterschiedlichster Formen, Besetzungstypen und ...
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Opernwelt März 2011
Rubrik: Thema, Seite 32
von Thomas Seedorf
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Auf seinen Humor können sich alle einigen. Auf seine Pointen ist Verlass. Damals, als er die reizenden Wesen mit den Knollennasen in die Welt setzte, wie heute, da er sich,
87-jährig, längst zurückgezogen hat und als Legende seiner selbst vermarktet wird. Ein vornehmer Spaßmacher und sanfter Spötter. Ein weltweiser Beobachter des absurden Alltags, immer freundlich,...
Auch größte Mozart-Liebhaber – sind wir das nicht irgendwo alle? – haben an dieser Geschichte gezweifelt. Dass zwei Freunde ihre beiden Verlobten verlassen, um ihre Treue zu prüfen, weil sie darauf eine Wette eingegangen sind, mag man ja noch glauben. Dass sie verkleidet zurückkehren und den beiden Schwestern den Hof machen – und zwar der jeweils anderen – mit...
