Komisch mit Contenance
Auf seinen Humor können sich alle einigen. Auf seine Pointen ist Verlass. Damals, als er die reizenden Wesen mit den Knollennasen in die Welt setzte, wie heute, da er sich,
87-jährig, längst zurückgezogen hat und als Legende seiner selbst vermarktet wird. Ein vornehmer Spaßmacher und sanfter Spötter. Ein weltweiser Beobachter des absurden Alltags, immer freundlich, immer kultiviert. Kaum zu glauben, dass dieser Meister gepflegter Heiterkeit aus dem vermeintlich bierernsten Preußen, aus Brandenburg an der Havel, stammt.
Sein Witz tritt niemandem auf die Füße, selbst wenn er die Schwächen, Macken und Unzulänglichkeiten eben jenes deutschen Michels aufspießt, der ihn als Inbegriff des Komischen verehrt. Denn seine Kunst – ob als Karikaturist, TV-Entertainer, Schauspieler oder Moderator –, besteht darin, dem biederen Durchschnittsbürger den Spiegel vorzuhalten, ohne ihn vorzuführen.
Im Rentner Erwin Lindemann, der dem Fernsehen erzählt, was er mit seinem Lottogewinn anstellen will, und sich dabei vor Aufregung heillos verhaspelt («... und im Herbst eröffnet dann der Papst mit meiner Tochter eine Herren-Boutique in Wuppertal...») erkannte sich die schweigende Mehrheit. Über die ...
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Opernwelt März 2011
Rubrik: Medien/DVD, Seite 26
von Albrecht Thiemann
Das Wort von der «Globalisierung» ist irreführend, selbst dort, wo es darum geht, die Realität der Oper im Jahre 2011 zu beschreiben. Denn beim weltweiten Siegeszug dieser originär europäischen Gattung ist gerade nicht ein Ineinandergreifen oder gar eine Verschmelzung unterschiedlicher kultureller Traditionen zu beobachten, sondern der Export einer spezifisch...
Am Anfang der Operngeschichte stand die Idee eines Schauspiels, in dem die Worte nicht gesprochen, sondern gesungen werden.1 Die Formeln, mit denen die ersten Opernkomponisten das aus dem Sprechen abgeleitete Singen charakterisierten, heben die Vermittlung zwischen beiden Formen menschlicher Mitteilung hervor: Jacopo Peri etwa teilt mit, dass er in seiner...
Die Seiten wechseln. Wach bleiben. Immer wieder aufbrechen. Auf die innere Stimme hören. Nur tun, was man für richtig hält – egal, was den Musikmanagern und Mark(e)t(ing)experten dieser Welt gerade opportun erscheint. So hat es Anne Sofie von Otter immer gehalten. Seit drei Jahrzehnten ist die schwedische Mezzosopranistin im Geschäft, Anfang Mai wird sie ihren 56....
