Makellose Technik, stupender Ausdruck

Daniel Behle überrascht mit Tenorarien aus bekannten und unbekannten Gluck-Opern

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Die Barockoper und die der Vorklassik sind heute fest in den Händen der Countertenöre. Es vergeht kaum ein Monat, in dem nicht ein Solorecital eines der ­führenden oder aufstrebenden Vertreter dieses Fachs erscheint. Hier spiegelt sich die Hierarchie der barocken Theaterpraxis der Opera seria wider, in der die männlichen Hauptpartien Alt- bzw. ­Soprankastraten vorbehalten waren. Bässe finden sich eher selten, ihre Domäne war die Opera buffa. Aber auch die Tenöre blieben meist Randfiguren und stellen neben Vätern mit Vorliebe Schurken und Tyrannen dar.

Nur in der französischen Tragédie lyrique, die keine Kastraten kennt, besaß der haute-contre, die hohe Tenorstimme, ein zentrales Daseinsrecht.

Allein schon aus diesem Grund ist die CD mit Gluck-Arien hoch willkommen, die der Tenor Daniel Behle jetzt herausgebracht hat. Dort finden sich, neben der populärsten Gluck-Arie, der Klage des Orpheus aus der französischen Version «Orphée et Eurydice», hauptsächlich ­unbekannte Stücke aus frühen, zwischen 1744 und 1756 entstandenen Seria-Opern – allesamt formal konventionelle Da-capo-Arien, die ­demonstrieren, dass der spätere Opernreformer in der Tradition aufwuchs, sie beherrschte und ...

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Opernwelt August 2014
Rubrik: CD des Monats, Seite 23
von Uwe Schweikert

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