Luftgeister mit Luzikamel
Sicher, irgendwie war er nicht von dieser Welt. «Ich wurde auf Sirius ausgebildet, und dort will ich auch wieder hin», erklärte Karlheinz Stockhausen einmal, als er noch im Bergischen Land wohnte. In Kürten bei Köln, wo er 26 Jahre lang, von 1977 bis 2003, an seinem opus magnum, dem siebenteiligen Opernzyklus «Licht» gearbeitet hatte. Er sah sich als Geisteswesen, von Engeln geführt und von kosmischen Schwingungen beseelt, als Überbringer göttlicher Botschaften, auf der Durchreise zu höheren Sphären. Im Dezember 2007 ist Stockhausen von uns gegangen.
Wir wissen nicht, ob sich sein Wunsch erfüllt hat. Aber er glaubte fest daran, «dass der Mensch mit dem Kopf im Himmel ist» – ohne es zu merken. Die Schwerkraft überwinden, den Körper verlassen, frei durch unendlich weite Räume gleiten, fernen Galaxien und fremden Wesen entgegen: Das war der Lebenstraum des berühmtesten, umstrittensten deutschen Komponisten der Nachkriegszeit. Ein Science Fiction-Traum, an dem sich seine Fantasie immer wieder neu entzündete, um abenteuerliche Klänge, Figuren und Aktionen zu gebären. Ein Leuchtfeuer fürs Abheben und Schweben über den Dingen. Aus Träumen schien Stockhausen jene imaginäre Energie ...
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Opernwelt November 2012
Rubrik: Stockhausen, Seite 54
von Albrecht Thiemann
Am 30. September ging in den Niederlanden der 49. Internationale Gesangswettbewerb ’s-Hertogenbosch zu Ende. Zehn von 240 Sängerinnen und Sängern aus 40 Ländern schafften es ins Finale. Was die Siegerin betrifft, waren sich die Zuhörer mit der Jury unter Ioan Holender, dem ehemaligen Intendanten der Wiener Staatsoper, einig: Sowohl der Grand Prix der Stadt im Wert...
Nicht im Getöse war Gott, als Elias ihn suchte. Nicht in Sturm, Erdbeben, Feuersbrunst. Erst im sanften Säuseln danach fand der Prophet den Herrn, berichtet das Erste Buch der Könige. Christophe Rousset, Dirigent von Monteverdis «Il ritorno d’Ulisse in patria» am Theater an der Wien, scheint diese Stelle aus dem Alten Testament verinnerlicht zu haben, denn ruhig,...
Manchmal enden Irrfahrten glücklich, wie jetzt für Giuseppe Antonio Brescianellos Oper «La Tisbe», die nach 294 Jahren ihre posthume Uraufführung erlebte. Brescianello gehört zu den zahllosen Italienern, die im 18. Jahrhundert an deutschen Fürstenhöfen engagiert waren. Der wohl aus Bologna stammende Geiger trat 1716 in den Dienst des württembergischen Herzogs...
