Liebestod
Drei Männer. Liebend jeder auf seine Art. Da ist zunächst Don Giovanni. Leben ist ihm Liebe, Liebe Leben, Elixier, doch niemals nur an der Seite einer Frau. Er will, nein: er muss sie alle haben. Sein Sinn steht ihm ausschließlich nach Erlösung vor dem Tod. Der Tod selbst interessiert ihn wenig. Und auch nicht der Wahn. Ein Liebender ganz anderer Provenienz ist dagegen Romeo: Er liebt um der Liebe, der Leidenschaft willen und nur eine einzige Dame: Juliette. Für sie tötet er und mordet sich schließlich selbst, bevor er wahnsinnig wird am Liebesverlust.
Otello wiederum, der dritte Mann im Bunde, ist blind, wahnsinnig vor Eifersucht. Unstillbar sein Verlangen nach Liebe. Weil er ihr nicht traut, mordet er.
Drei Männer. Was sie trennt, ist gesagt. Was sie eint, steht im Hohenlied Salomos: Denn stark wie die Liebe ist der Tod. Und so lautet das Motto der Salzburger Festspiele 2008, die sechs Jahre nach Martin Kusejs Inszenierung einen taufrischen «Don Giovanni» präsentieren. Neu ist auch die Fassung, die für diese Produktion gewählt wurde. Bertrand de Billy hat sich, nach positiven Erfahrungen 2006 am Theater an der Wien, wiederum für die Wiener Version entschieden, die vor allem im ...
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Opernwelt September/Oktober 2008
Rubrik: Festspiele I, Seite 14
von Jürgen Otten, Gerhard Rohde
Ein Komponist, den kaum ein Opernführer auch nur zu nennen weiß: Pietro Raimondi, 1786 in Rom geboren und dortselbst 1853 als Kapellmeister der Peterskirche gestorben. Dabei hat er sich schon rein quantitativ mit seinen – laut Riemann – 62 Musiktheaterwerken zumindest in die Annalen der italienischen Bühnen eingetragen. Seine von der Neuburger Kammeroper als...
Der Neue ist im Amt. Erstmals standen die Opernfestspiele im finnischen Savonlinna unter der künstlerischen Leitung des Dirigenten Jari Hämäläinen; er löste Raimo Sirkiä ab. Im Unterschied zum vergangenen Jahr gab es diesmal keine finnische Opern-Uraufführung – zumindest nicht für Erwachsene. Denn mit «Seitsemän koiraveljestä» («Die sieben Hundebrüder») von Markus...
Die Bilanz, die der französische Musikwissenschaftler Benoit Dratwicki im Booklet von Hervé Niquets Einspielung der «Proserpine» zieht, ist ernüchternd. Trotz der Begeisterung, die William Christies Produktion des «Atys» 1987 ausgelöst habe, hätten die Opern Jean-Baptiste Lullys bislang noch immer nicht zu breiterer Anerkennung gefunden. Immer noch würden einige...
