Vergnügungsparadies Hölle
Der Neue ist im Amt. Erstmals standen die Opernfestspiele im finnischen Savonlinna unter der künstlerischen Leitung des Dirigenten Jari Hämäläinen; er löste Raimo Sirkiä ab. Im Unterschied zum vergangenen Jahr gab es diesmal keine finnische Opern-Uraufführung – zumindest nicht für Erwachsene. Denn mit «Seitsemän koiraveljestä» («Die sieben Hundebrüder») von Markus Fagerudd auf einen Klassiker der finnischen Romanliteratur, Aleksis Kivis «Seitsemän veljestä» («Die sieben Brüder»), wurde die Tradition der finnischen Kinderopern fortgesetzt.
Zudem enthielt der Festspielkalender drei Wiederaufnahmen («Aida», «Rigoletto», «Der fliegende Holländer») und den alle zwei Jahre stattfindenden Timo Mustakallio-Gesangswettbewerb. Zu Gast war die Oper Shanghai mit Verdis «Otello» und Deqing Wens 2003 in Genf aus der Taufe gehobenem Musiktheater «Die Wette».
Eröffnet wurden die Festspiele mit Arrigo Boitos ursprünglich als Reformoper konzipiertem «Mefistofele». Boitos Versuch, dem Goethe’schen Faust-Drama als Librettist und Komponist gerecht zu werden, war bei der Mailänder Uraufführung 1868 grandios gescheitert. Das mehr als fünfstündige Werk erfuhr daraufhin eine gründliche Umarbeitung, ...
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