Liebe, Krieg und Sardellen
Es ist schon etwas anderes, wenn die amerikanische Flagge mit ihrem Versprechen von Freiheit für jedermann im Opernhaus einer Stadt erscheint, deren Flughafen «George Bush» heißt, und wenn die «Stars and Stripes» immer dann aus dem musikalischen Fluss auftauchen, wenn auf der Bühne gelogen wird: Die «Butterfly»-Inszenierung, mit der Francesca Zambello vor sechs Jahren an der Houston Grand Opera eine ihrer besten Arbeiten gelang, arbeitet mit dem Trick, dass zentrale Szenen in das amerikanische Konsulat verlegt werden, wo die japanische Bevölkerung als Bittsteller auftritt und Kollabor
ateur Goro seine einträglichen Vermittlungsgeschäfte betreibt. Im klaren Bühnenbild von Michael Yeargan wirkt das gänzlich unaufdringlich und spricht doch die deutliche Sprache der Wahrheit – eine kluge Form der Aktualisierung.
Das Haus hat die Inszenierung zum Auftakt seiner Jubiläumssaison wieder aufgenommen und für DVD aufzeichnen lassen. Patrick Summers, Musikchef seit fünf Jahren, dirigiert unspektakulär, bevorzugt langsame Tempi, setzt lieber auf Intensität. So wird dem Stück jedwede Sentimentalität ausgetrieben, und es erglüht von innen. In Patricia Racette hat Summers eine bewährte Partnerin ...
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Gerade einmal elf Jahre sind verstrichen, seit das Gran Teatre del Liceu in Barcelona, neben der seit 1882 in Bau befindlichen Kathedrale «La Sagrada Familia», das Heiligtum der katalanischen Kulturnation, bis auf die Grundmauern niederbrannte. Doch schon vor der Jahrtausendwende, am 7. Oktober 1999, konnte das Haus an den Ramblas seine Pforten wieder öffnen – im...
Clemens Krauss, damals noch Operndirektor in Frankfurt, winkte erst einmal ab, als ihm die Deutsche Erstaufführung von Weinbergers «Schwanda, der Dudelsackpfeifer» (UA Prag, 1927) angeboten wurde. Das sei eine rein tschechische Angelegenheit, die in Deutschland keine Aussicht auf Erfolg habe. Als die Premiere dann kurz darauf im Stadttheater Breslau über die Bühne...
in Mann wie Schönbergs Moses hat es heute doppelt schwer. Nicht nur, weil es ihm, der Gottes Stimme vernommen zu haben glaubt, immer dann die Sprache verschlägt, wenn er die Botschaften des Allmächtigen unters Volk bringen will. Und auch nicht allein, weil diese Sprachnot aus der Überzeugung resultiert, dass absolute, himmlische Wahrheiten ihre Unschuld verlieren,...
