Letzte Worte
Unprätentiös, dramatisch zugespitzt und intim: Mit ihrem eklektischen, zwischen Schlichtheit und Komplexität oszillierenden Stil bringt die 42-jährige Komponistin Tansy Davies die besten Voraussetzungen für Lied und Musiktheater mit. Jetzt hat die Engländerin im Londoner Barbican Theatre ihre erste Oper vorgestellt. «Between Worlds» heißt das 90-minütige Auftragswerk der English National Opera für 15 Sänger, Chor und 36-köpfiges Orchester, eine fragmentarische Annäherung an die Terroranschläge auf das New Yorker World Trade Center vom 11. September 2001.
Regisseurin Deborah Warner organisiert in ihrer soliden, dezent stilisierten Inszenierung das Geschehen auf drei Ebenen (Bühne: Michael Levine): Zu ebener Erde bewegen sich die Passanten, die das Geschehen von der Straße beobachten und kommentieren. In der Mitte werden die Schicksale von vier exemplarisch ausgewählten Opfern des Attentats verhandelt; hier bewegt sich auch ein Hausmeister, der nicht ganz von dieser Welt zu scheint. Ganz oben residiert eine vollends übernatürliche Figur, halb Hermes, halb Schamane, ein «Wandler zwischen den Welten und Gott der Nachrichten und Übertragungen».
Am Morgen des Unglückstags zerrt der ...
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Opernwelt Juni 2015
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Tom Sutcliffe
Hermann Levi war einer der bedeutendsten Dirigenten des 19. Jahrhunderts. 1839 in Gießen als Sohn eines Rabbiners geboren, kam er nach dem Studium in Leipzig und Lehrjahren 1864 als Erster Kapellmeister nach Karlsruhe. Acht Jahre später wechselte er an die Hofoper in München, deren musikalische Leitung er mehr als zwanzig Jahre innehatte. Levi war eng mit Brahms...
Ihre «Schicksalsrolle», Cileas Adriana Lecouvreur, die sie 1938 zum ersten Mal sang, 1951 für ihr Comeback wählte und insgesamt länger als ein halbes Jahrhundert im Repertoire hatte, wobei die Galerie ihrer Tenorpartner von Beniamino Gigli bis Plácido Domingo reichte, hat Magda Olivero nie im Studio aufnehmen können. Deshalb waren ihre diversen Live-Mitschnitte in...
Der Ort, den sich die Birmingham Opera Company für ihr diesjähriges Großprojekt ausgesucht hat, liegt in einer rauen Gegend. Man kann bloß hoffen, dass Autoklauer bei diesem Wetter lieber zu Hause bleiben: Regen trommelt Wirbel auf Dixi-Klodächer. Die großen Zelte, die als Backstage-Bereich dienen, versinken langsam im Schlamm. Generatoren rumoren.
Innen posiert die...
