Learning by doing

Detlev Glanert über Entstehung und Intentionen seiner Kinderoper «Die drei Rätsel»

Opernwelt - Logo

Jeder Komponist fragt sich irgendwann einmal, für wen er ­eigentlich schreibt; die Antworten reichen dann von «für mich» über «für die Musiker» bis zu «für das Publikum», und wahrscheinlich sind sie alle richtig oder falsch. Das Entscheidende ist, dass ein Autor sich überhaupt aller Wechselbeziehungen seines Tuns bewusst ist – um sie dann ins Unterbe­wusstsein zu entsorgen, wenn er zum Akt des Komponierens gelangt. Da über Letzteres nur sehr schwer Auskunft zu geben ist, wird im Folgenden dargelegt, wie äußere Einflüsse zu einer Oper für «Kinder und Erwachsene» führten.


In dem Maß, in dem sich die Schulen dem Musikunterricht entziehen oder verweigern, ist auch das Interesse der Orches­ter, Opernhäuser und Kom­ponisten an Werken für «Kinder» zwischen sieben und siebzehn gestiegen; wahrscheinlich nicht pri­mär als künstle­risches Ziel, sondern als didaktische Aufgabe, was ja auch, zum Beispiel im Sinne Hanns Eislers, Kunst ist. Diese Aufgabe stellt sich der Er­kenntnis, dass unsere europäische Kunstmusik eben doch einige Basiskenntnisse nötig hat, um in ihrem vergangenen und zukünftigen Reichtum verstanden, entziffert und begriffen zu werden, somit versuchen die Institutionen nichts ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2007
Rubrik: Thema, Seite 39
von Detlev Glanert

Vergriffen
Weitere Beiträge
Das ewige ­Problemkind

Es ist ein Kreuz mit schlechten Libretti. Sie können ganze Opern, aller musikalischen Qualitäten ungeachtet, in die Vergessenheit stoßen, und können umgekehrt – ihrer mä­ßigen, um nicht zu sagen schlechten literarischen und stofflichen Verarbeitung zum Trotz – manchen Meisterwerken einfach nichts anhaben. Das Textbuch zu Verdis «Trovatore» ist gewiss der letzteren...

Irrgarten der Liebe

Worin liegt das Geheimnis der ungebrochenen Wirkung von Mozarts drei Da-Ponte-Opern? Vor allem wohl in dem ungeschminkten Menschenbild, das Librettist und Komponist im Zusammenklang von Wort, Gesang, Szene und Musik entworfen haben. «Konflikte» – so Ivan Nagel über die funkelnde Theatralität dieser Partituren – «dürfen hier wie nie zuvor, nie seither, sich real...

Spektakulär unspektakulär

Jenes zweigestrichene C, das Rodolfo im ersten Bild der «Bohème» gleich zweimal treffen muss, machte Luciano Pavarotti bekanntlich zum Angelpunkt der Partie, wenn nicht des ganzen Stücks. Gingen die Spitzentöne der Arie «Che gelida manina» und des Finalduetts «O soave fanciulla» daneben, sei der Rest im Grunde schon vergebliche Liebesmüh. Allein, hier irrt Big P.,...