Spektakulär unspektakulär

Aachen, Puccini: La Bohème

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Jenes zweigestrichene C, das Rodolfo im ersten Bild der «Bohème» gleich zweimal treffen muss, machte Luciano Pavarotti bekanntlich zum Angelpunkt der Partie, wenn nicht des ganzen Stücks. Gingen die Spitzentöne der Arie «Che gelida manina» und des Finalduetts «O soave fanciulla» daneben, sei der Rest im Grunde schon vergebliche Liebesmüh. Allein, hier irrt Big P., es hängt nicht alles von den höchsten Höhen ab.

Der Koreaner Yikun Chung, der sich in der Rolle des Mimì-Verehrers als neuer Haustenor des Theaters Aachen vorstellte, ist dafür ein überzeugendes Beispiel: Chungs Stimme prägt eine dunkle, ins Baritonale spielende Färbung, seine Gestaltung verrät eine die szenische Präsenz flexibel einbegreifende emotionale Intelligenz. Das Bühnenschicksal des armen Poeten entscheidet sich bei dem Sechsunddrei­ßigjährigen weniger in der Stratosphäre amouröser Lippenbekenntnisse als in den mentalen Höhlen eines gefühlskranken Vaganten, der den physischen Verfall der Geliebten nicht zuletzt als Spiegel der eigenen Malaise begreift. Ein schlüssiges, ein starkes Debüt.
Überhaupt profitiert die Aachener «Bohème» von ­einem erfreulich konsistenten, rollenadäquat besetzten Ensemble. Irina Popovas ...

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Opernwelt Januar 2007
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
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