Lauter Kompromisse, tourneetauglich

Valery Gergiev in Produktionen von «Der Spieler», «Attila» und «Das Rheingold» aus dem Mariinsky Theater

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Valery Gergiev hat derzeit ande­re Sorgen als seine Aufnahmen. Auf dem Höhepunkt seiner Macht und im Jahr der Eröffnung von Mariinsky II (siehe OW 6/2013) wurde gegen ihn demonstriert. Nicht gera­de Alltagserfahrung für einen Dirigenten. Seine Kumpanei mit Putin und seine mangelnde Distanz zu dessen Gesetzgebung hat eine Welle der Empörung ausgelöst – in New York ebenso wie in London und München (siehe OW 12/2013). Es geht um ­Toleranz, Menschenrechte und eine (zu) enge Verbindung von Kunst und Macht. Große Themen, heiße Themen.

Und wahrscheinlich hat sich Gergiev nie träumen lassen, dass er einmal am Abgrund eines moralisch diskreditierten Künstlers stehen könnte.

Angesichts dieser Entwicklung, die keineswegs abgeschlossen ist, mag es fast unwichtig erscheinen, Gergievs neueste Platten auszuwerten. Zumal das Ergebnis künstlerisch dürftig bleibt. Es hatte schon seine Richtigkeit damit, dass Gergiev und sein Mariinsky-Ensemble in den Neunzigerjahren durch CDs bekannt wurden. Die DVDs, die jetzt als unvermeidliche Konsequenz der hauseigenen Marketing-Strategien auf den Markt kommen, können mit den Tonaufnahmen nicht mithalten. Genauer: Ihre szenischen Ergebnisse zeigen das Mariinsky ...

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Opernwelt Februar 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 24
von Stephan Mösch

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