Land unter...
Im wunderschönen Monat Mai / kroch Richard Wagner aus dem Ei. / Es wünschen viele, die ihn lieben, / er wäre besser dringeblieben.» So bedichtete der Gesamtkunstwerker sich selbst zum Geburtstag. Vielleicht hätte er noch giftiger gereimt, müsste er in seinem Walhall sehen, wie das Jahr 2013 drohend am Horizont steht und damit sein 200. Geburtstag unerbittlich heranrückt.
Soll er mit dem magnum opus, dem «Ring des Nibelungen» gefeiert werden, muss ein Haus beizeiten bestellt werden: Die ganze Tetralogie in einem Jahr (oder gar, wie einst in Bayreuth oder Meiningen, in einer Woche) herauszubringen, ist in den meisten heutigen Operntheatern unmöglich. Paris, Frankfurt, die Scala in Mailand und Sofia verteilen das Vorhaben auf vier Jahre. Das beschert in dieser Spielzeit einen Boom von «Rheingold»-Aufführungen. In Sofia wählte man für die Premiere ein besonders symbolschwangeres Datum: Wagners Geburtstag. Überdies wird zwei Tage später in Bulgarien der «Tag der Bildung und Kultur» betrauert – gefeiert kann man nicht sagen, denn die im vergangenen Juli angelobte Regierung Bojko Borissov hat nicht nur die dringend nötige Bekämpfung der Korruption angekündigt, sondern auch einen eisernen ...
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Treffpunkt Foyer. Dann durch enge Gänge, über Kellertreppen, an Seiten- und Hinterbühne vorbei auf die Hauptbühne. Der Ausstatter Stéphane Laimé hat sie dem Basler Parkett nachgebildet. Wenn der Vorhang hochgeht, sitzen wir Mannsleute den Damen gegenüber, durch die beiden Formationen des La Cetra Barockorchesters und den Spielsteg getrennt. Eine Gegenüberstellung...
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Verdis «Otello» einem Schauspielregisseur anzuvertrauen, der seinen Shakespeare kennt, ist eine naheliegende Idee. Und da die Musik vom ersten bis zum letzten Takt szenisch und auch räumlich konzipiert ist, muss sich auch ein relativer Opernneuling keine handwerkliche Blöße geben, wenn er nur zu lesen und zu hören versteht. Andreas Kriegenburg, derzeit...
