Lachen und Mitleid
Die Opern Claudio Monteverdis sind schon lange wieder fest im Opernleben verankert. Auch auf den Spielplänen deutscher Bühnen trifft man sie regelmäßig an. Doch bleibt ihre Aufführung meist Spezialensembles für Alte Musik vorbehalten. Dass man Monteverdi auch mit herkömmlichen (Stadt-)Theatermitteln beikommen und sie damit voll in den Repertoirealltag integrieren kann, versuchten nun beinahe zeitgleich die Oper Frankfurt und das Theater Ulm zu zeigen.
Die Herausforderung beginnt damit, dass man sich erst einmal eine spielbare Fassung erarbeiten muss.
Überliefert sind nur die Gesangsstimmen und die Basslinie. Die von Andreas Küppers für Frankfurt «maßgeschneiderte» Fassung der «Poppea» mischt die Versionen, die Monteverdi für Venedig und Neapel erstellte. Den einzelnen Figuren sind charakterisierende Instrumente zugeordnet. Simone Di Felice, der als Dirigent debütierende Solorepetitor des Hauses, steuert mit großer Umsicht und Sensibilität 17 Musiker des (Haus-)Orchesters, die teils auf alten Instrumenten spielen. Di Felice erreicht eine optimale Klangbalance mit der Szene, wobei ihm die Akustik des Bockenheimer Depots und Julia Müers Bühnenbild entgegenkommen. Ein mehrfach ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Februar 2015
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Ekkehard Pluta
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44+0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
www.theateraachen.de
– Weber, Der Freischütz: 1. (P), 6.2.; 1., 7., 15., 24.3.; 1., 26.4.; 6., 15., 31.5.; 4., 6., 30.6.
ML: Thorau,...
Ehrgeiz ist ein unzuverlässiger Freund. Ich habe mein Leben lang versucht, die richtige Balance zu finden, immer meinen alten Gesangslehrer im Hinterkopf. Robert Tear mühte sich nicht bloß mit meiner Stimme ab, er war fast so etwas wie ein Zen-Meister für mich. Und er gab mir Folgendes mit auf den Weg: «Es ist gut, ehrgeizig zu sein. Man sollte bloß nicht zu genau...
Salomone Rossi (ca. 1570 bis ca. 1630), ein «Ebreo da Mantova», wirkte als Geiger, später als Kapellmeister am Hof der Gonzaga in Mantua, war also ein nur wenig jüngerer Kollege Claudio Monteverdis. Neben höchst eigenständigen Beiträgen zur frühen Instrumentalmusik ist besonders Rossis geistliche Musik für die Synagoge von Bedeutung. Durch einen rabbinischen Erlass...
