Das Experiment
Salomone Rossi (ca. 1570 bis ca. 1630), ein «Ebreo da Mantova», wirkte als Geiger, später als Kapellmeister am Hof der Gonzaga in Mantua, war also ein nur wenig jüngerer Kollege Claudio Monteverdis. Neben höchst eigenständigen Beiträgen zur frühen Instrumentalmusik ist besonders Rossis geistliche Musik für die Synagoge von Bedeutung.
Durch einen rabbinischen Erlass war 1605 die mehrstimmige Musik im Gottesdienst für zulässig erklärt worden; Rossis 1623 erschienene «Lieder Salomos» sind als frühbarocke Vertonungen hebräischer Texte ein einzigartiges Zeugnis jüdischer Kultur im Zeitalter des Humanismus.
Elam Rotem (*1984), aus Israel stammender und an der Baseler Schola Cantorum ausgebildeter Cembalist und Bassist, gründete in Galiläa das Ensemble «Profeti della Quinta»: Spezialisten für Musik des 15. und frühen 16. Jahrhunderts, die bereits mehrere CDs mit Musik von Salomone Rossi eingespielt haben. Mit der «Rappresentatione di Giuseppe e i suoi fratelli» träumt Rotem davon, wie es sich hätte anhören können, wenn Rossi sich wie Claudio Monteverdi an dem folgenreichen Experiment «Oper» beteiligt hätte. Dafür wählte Rotem ein Sujet, das unter anderen Händel zu einem Oratorium und ...
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Opernwelt Februar 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 18
von Detmar Huchting
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