Kurt Moll hört auf
Er war nicht nur der größte unter allen lebenden Bassisten, sondern zweifellos ein Jahrhundertsänger: Kurt Moll. Jetzt verabschiedete er sich als Nachtwächter in den «Meistersingern» von der Bühne: jener Partie, mit der er 1968 in Bayreuth debütiert und mit der seine internationale Karriere begonnen hatte. Dirigent war damals nämlich Karl Böhm, der sich sofort für den jungen Sänger einsetzte. Siebenundvierzig Jahre hat Kurt Moll auf der Bühne gestanden seit den Anfängen in Köln und Aachen.
Seine letzte Vorstellung fand im Münchner Nationaltheater statt, und die Sache mit dem Nachtwächter war eine Idee von Sir Peter Jonas. Natürlich tobte das Haus.
Die Entscheidung zum Bühnenabschied sei lange in seinem Kopf gewesen, sagte Kurt Moll im «Opernwelt»-Gespräch. Er habe sie dann aber doch kurzfristig getroffen: «Der Körper hat sich in den letzten Jahren immer wieder gemeldet, und solche Zeichen sollte man respektieren.» Liederabende will er noch geben in Zukunft und auch unterrichten. Ansonsten freut er sich auf «einen neuen Lebensabschnitt, getragen von vielen guten Erinnerungen». Wir wünschen Gesundheit und Lebensfreude und bedanken uns für zahllose große Abende.
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Elisabeth Schwarzkopf ist tot. Sie starb fünfunddreißig Jahre nach ihrem letzten Bühnenauftritt. Dennoch war sie für Sängerinnen, Sänger und Musikfreunde stets gegenwärtig. Das hatte nicht nur mit ihren Aufnahmen zu tun. Sie unterrichtete, bis zuletzt, leidenschaftlich. Sie kommunizierte und kommentierte, wann immer es ihr nötig schien. In der...
Bayreuth für Anfänger? An einem Abend? Der «Ring», den das «deutsch-französische forum junger kunst» im Bayreuther «Zentrum» einen Tag vor der Eröffnung der Festspiele aufführte, ist gewiss keiner für Novizen. Die Fassung David Seamans erlebte 1990 ihre Premiere in der Nürnberger «Pocket Opera», aber ganz so klein ist diese Version denn doch nicht. Dreieinhalb...
Seit Robert Wilson Wagners «Parsifal» 1991 in Hamburg in ein statisches, antipsychologisches Epos verwandelte, gelten Operninszenierungen des amerikanischen Bühnenkünstlers an etablierten europäischen Häusern als intelligente, nicht zuletzt optisch dankbare Alternative zu den psychologisierenden Deutungen des verbreiteten Regietheaters. Wilsons in blaues Licht...
