Kloster der Angst
Die Kasseler Erstaufführung von Francis Poulencs aus seiner Zeit, aus dem Œuvre seines Schöpfers und über weite Strecken aus dem Genre Oper überhaupt fallendem Musiktheater wurde zum Überraschungserfolg. Was Reinhild Hoffmann aus den «Dialogen der Karmeliterinnen» machte, war der Gegenpol zu einer Inszenierung, die das Stück als neukatholisches Mysteriendrama begreift. Statt numinose Nebel wallen zu lassen, hat die Choreografin das Geschehen auf seinen Kern reduziert.
Sie braucht lediglich ein paar Stühle, um die sparsame Handlung lebendig werden zu lassen, genauer: einen Holzstuhl für jede Nonne. Mehr an Mobiliar, mehr an Requisite ist nicht erforderlich, mehr braucht das Publikum auch nicht, um in einen psychologischen Verlauf hineingezogen zu werden, der zu den komplexesten gehört, die je das Licht der Opernbühne erblickten. Schöne Bilder entstehen in diesem Entwurf: Stühle im Kreis bei der Aufnahme Blanches in das strenge Kloster, Stühle in einer abgewinkelten Reihe bei der Einführung der neuen Priorin und – Höhepunkt, auf den alles zuläuft – Stühle, die zu den komponierten Schlägen der Guillotine in der Hinrichtungsszene am Ende einer nach dem anderen umgestoßen werden. Die ...
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Gut. Zum Glück! Mir ist eine Riesenlast von der Seele gefallen, weil es für mich das erste Mal war, dass ich mir eine so wichtige Rolle ohne Regisseur erarbeiten musste und auf mich allein angewiesen war. Eigentlich hatte ich mich enorm auf die...
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Als sich Benjamin Britten Ende der 1960er Jahre mit der Vertonung von Thomas Manns «Tod in Venedig» zu beschäftigen begann, stellte er sich einer Herausforderung, die er sein ganzes Leben über gescheut hatte. «Ich bin so mutig, das Beste zu machen, was ich jemals geschaffen habe», äußerte sich der zu diesem Zeitpunkt schon schwerkranke Komponist – ein Mut, der sich...
