Kitsch für Kenner

Die Komische Oper Berlin feiert einen Triumph mit Nico Dostals Revueoperette «Clivia»

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Operette braucht Stars. Mehr noch als die große Schwester Oper lebt das unterhaltende Musiktheater von charismatischen Persönlichkeiten, die aus brauchbarem Material eine tolle Show machen. Wer die Geschwister Pfister engagiert, bekommt den Glamour gleich im Dreierpack: Auf den Kleinkunstbühnen der Republik sind sie groß geworden, als wahlverwandte Kunstfiguren Fräulein Schneider, Ursli und Toni wechseln sie virtuos die Identitäten, Geschlechter und Musikstile.

Lange haben sie davon geträumt, Nico Dostals «Clivia» auf eine Staatstheaterbühne zu bringen, mit all dem szenischen Pomp und dem personellen Aufwand, den die Revueoperette von 1933 braucht – und den sich nur subventionierte Häuser leisten können.

Barrie Kosky, der australische Intendant der Komischen Oper mit jüdisch-osteuropäischen Wurzeln und angloamerikanischem Unverständnis für die deutsche Trennung von E- und U-Kunst, hat es ihnen nun ermöglicht. Weil sein Haus einst als Vergnügungstempel erbaut worden ist, gehört die Operette bei Kosky zu den tragenden Säulen des Spielplans. Sein Ensemble ergänzt er dabei regelmäßig um Berliner Entertainment-Größen: Die konzertanten Aufführungen von Kalmans «Bajadere» sowie der ...

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Opernwelt Mai 2014
Rubrik: Magazin, Seite 86
von Frederik Hanssen

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Dialog der Zeiten

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Spielpläne

ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme

Deutschland

Aachen
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– Don Carlo: 2., 14., 18.
– Alcina: 9., 11., 24., 31.
– Leoncavallo, Requiem (Abdullah): 10.
– Der Barbier von...

Zum Raum wird hier das Spiel

Die Leistung von Gerard Mortier war nicht nur die Etablierung ­einer neuen Opernästhetik. Er verstand es auch, für seine Projekte Ressourcen zu erschließen und Menschen zu motivieren. Er brachte Kunst an Orte, die schon verloren oder noch zu entdecken waren: an das weiland arg angestaubte Brüsseler Opernhaus, an die in Repräsentationskultur erstickten Festspiele...