Kinder, macht Neues!
Der Streit um Sinn oder Unsinn, vergessene Opern «auszugraben», ist so alt wie dieser Versuch selbst. Als das Nationaltheater Mannheim Carl Orff 1925 die Möglichkeit gab, Monteverdis «Orfeo» für das lebendige Theater zurückzugewinnen, war der Erfolg entmutigend. Zur Premiere waren zwar Musiker, Musikwissenschaftler, Intendanten und Spezialisten aus dem ganzen Reich und dem Ausland angereist. Dann aber musste die Inszenierung mangels Publikum nach der dritten Vorstellung abgesetzt werden. Das Haus hatte keine Mühen gescheut.
Man hatte historische Instrumente aus dem Germanischen Nationalmuseum Nürnberg und anderen Spezialsammlungen entliehen und spezielle Heckelphone statt der für damalige Musiker unspielbaren Zinken bauen lassen. Die Presse aber maulte: «Über die Notwendigkeit der Herbeischaffung teils überholter, teils neukonstruierter Instrumente ließe sich streiten» (General-Anzeiger Ludwigshafen, 20.4.1925), und giftete: «Es wäre notwendiger, das Repertoire einmal umzugraben [die Repertoire-Stücke neu zu inszenieren], es käme sicherlich mehr dabei heraus. Allerdings: Monteverdi hat noch mehr Opern geschrieben. Zu den schlimmsten Befürchtungen gibt dies Anlass.» (Neue ...
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Herr Metzmacher, im Programmheft zur Salzburger Uraufführung von Wolfgang Rihms «Dionysos» beschreiben Sie Ihren ersten, vorsichtigen Kontakt mit der neuen Partitur. Wovor haben Sie in einer solchen Situation am meisten Angst?
Vor gar nichts. Ich bin nur neugierig. Im Falle von «Dionysos» kam die Partitur schubweise. Es war jedes Mal sehr spannend zu sehen, wie sich...
Frau Petersen, auf Ihrer neuen CD interpretieren Sie Liebeslieder von Robert Schumann – gemeinsam mit Anke Vondung, Werner Güra und Konrad Jarnot sowie den Pianisten Christoph Berner und Camillo Radicke. In dem Zyklus «Spanisches Liederspiel» op. 74 findet sich eine der wenigen Solo-Nummern: «Melancholie». Sie singen das, als ob Sie das Verzweifeln an der «Qual...
