Keine Chance für die Stimmen
Alfred Kerr umschrieb Hofmannsthals Schauspiel «Elektra» als «Blutraserei mit Stil». Mit der Musik von Richard Strauss wandelte sich das Ganze zum eruptiven, expressionistischen Racheschrei. Ganz glücklich schien der Komponist mit dem zuweilen orgiastisch auftrumpfenden Riesenorchester nicht gewesen zu sein. «Meine Überzeugung ist, dass in Zukunft das allein ausschlaggebende Moment der dramatischen Wirksamkeit eine kleine Besetzung ist, die nicht wie die große die Singstimme erdrückt», schrieb er später.
Das liest sich, als wäre er in der Premiere seiner «Elektra» bei den diesjährigen Salzburger Festspielen gewesen.
Dirigent Daniele Gatti schien sich mit Fortissimi zu dopen: Allzu laut, unsensibel und scheinbar fantasielos klang es oft aus dem Graben. Natürlich verdankt sich das auch den prekären akustischen Verhältnissen im Großen Festspielhaus. Auf meinem Platz in der 23. Reihe links schienen die Sänger jedenfalls meist zur akustischen Statistenrolle verurteilt, und selbst Iréne Theorin, eine bewährte Wagner-Heroine, kam als Elektra nur im Höhenfortebereich über den Graben. So wurden die Wiener Philharmoniker zu den eigentlichen Protagonisten des Abends, konnten ihre Muskeln ...
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Ein Blick auf die Besetzungszettel dieser beiden historischen Fernsehopern ruft bei mir erst einmal nostalgische Gefühle wach. Ihre Erstausstrahlung habe ich als Schüler auf dem Bildschirm verfolgt, die meisten der beteiligten Sänger noch auf der Bühne erlebt. Beim Wiedersehen fast ein halbes Jahrhundert später ist mein Eindruck sogar noch stärker, was sicher auch...
Was in den USA Aspen ist und in Japan das Pacific Festival bei Sapporo, dafür steht in Schweden der Name Vadstena: eine Sommerakademie, die dem musikalischen Nachwuchs den Schritt von der Ausbildung ins Berufsleben erleichtern will. Ein Ort, wo man die Stars von morgen hören kann. Eine Idylle, in der hart und doch entspannt gearbeitet wird. Musik und Landschaft....
