Keine Angst vor Richard

Loge-Rap, Lohengrin-Groove, Parsifal-Swing: Wagner-Adaptionen von Stefan Kaminski, Eric Schaefer und Dieter Ilg

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Die Wiedergeburt der Tragödie aus dem Geist des Rock ’n’ Roll? Vier Abende, sechs Stunden, 21 Figuren, Soundrequisiten vom Kieselstein bis zum Theremin – in seiner rotzig aufgerauten «Ring»-Hörspiel-Performance kümmert sich Stefan Kaminski um fast alles selbst. Nur die Glasharfe, Tuba, Bassgeige und Keyboards bedienen vier assistierende Musikant/inn/en. Im Dezember 2007 stieg der Schauspieler mit «Rheingold» zum ersten Mal an einer Art Werkbank in die Wagner-Bütt, gut zwei Jahre später knisterte der Weltenbrand in Gestalt eines über den Kopf gezogenen Stücks Goldfolie.

Doch mit dem Finale seiner Solo-Nibelungen-Saga ging es für Kaminski erst richtig los: Inzwischen reist der ehemalige Moderator einer Metal-Radio-Show, dessen Darstellerkarriere am Deutschen Theater Berlin begann und dessen Allzwecksynchronstimme aus etlichen (Kinder-) Film-, TV- und Hörbuchproduktionen schallt, durchs ganze Land, um eine eher opernferne jugendliche Klientel mit dem Opus magnum des Bayreuther Hexenmeisters zu konfrontieren. Für Stammgäste auf dem Grünen Hügel ist diese Parforcetour durch Wagners Göttermenschenmythenreich wohl eher nichts, für popsozialisierte Novizen längst Kult.

Das liegt vor allem ...

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Opernwelt Mai 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 30
von Albrecht Thiemann

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