Kein Nach-, sondern ein Neuschöpfer
Die Nachricht, dass Dieter von uns gegangen ist, erreichte mich letzte Woche in Schwetzingen, unmittelbar nach einer Probe mit Christine Schäfer und Axel Bauni für mein Stück «Nacht-Räume», das wir abends in einem Konzert aufgeführt haben. Ganz unter dem Eindruck dieser unfassbaren Endgültigkeit saßen wir am späten Abend noch eine Weile zusammen. Beide, Christine und Axel, waren einmal Studenten in Dieters Liedklasse an der Hochschule der Künste in Berlin und berichteten von ihren Erinnerungen und von den Lernprozessen in dieser Zeit.
Christine erzählte, dass sie noch im letzten Jahr einen langen Brief von Dieter bekam, in dem er, Bezug nehmend auf ihre Einspielung der «Winterreise», zu jedem Lied eine dezidierte, ausführliche Anmerkung und seine Eindrücke notiert hatte. Ich erwähne dies nur, um zu zeigen, wie intensiv er bis zuletzt den Weg seiner einstigen Studenten verfolgte.
Meine erste Begegnung mit ihm fand während meiner Studienzeit bei Boris Blacher im August 1958 statt, als er über seinen Lehrer Hermann Weißenborn bei meiner Mutter anfragen ließ, ob ich für ihn als Korrepetitor arbeiten könne. Vor dem ersten Treffen in der Lindenallee hatte ich ihn in vielen Liederabenden – ...
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Opernwelt Juli 2012
Rubrik: Hommage Dietrich Fischer-Dieskau, Seite 41
von Aribert Reimann
ARTE
1.7. – 15.05 Uhr
Lully, ein unbequemer Komponist.
Dokumentation von Olivier Simonnet. Mit Philippe Jaroussky, Christina Pluhar, Véronique Gens und Thierry Hancisse.
1.7. – 18.30 Uhr
6./12./18./24./30.7. – 6.00 Uhr
Russische Musik.
Orchestre de Paris, Kazuki Yamada. Solist: Jean-Yves Thibaudet, Klavier. Werke von Glinka und Chatschaturjan.
2.7. – 0.25 Uhr
Lucerne...
Eine halbe Stunde zuvor: Gesangsübung im oberen Foyer. Beim Einlass dann: ein Notenblatt für jedermann. Und tatsächlich, am Ende des ersten Akts von Händels «Ariodante»: chorische Vorfreude auf die Hochzeit des Titelhelden mit der schottischen Prinzessin Ginevra – und das Publikum ist dabei, wenn auch etwas verzagt. Kein aufdringlicher Gag – das hat der...
Anachronismus ist nicht gleich Anachronismus: In den 1940er-Jahren bekannte Benjamin Britten einmal gegenüber seinem Kollegen Michael Tippett, dass es naiv und unzeitgemäß sei, das Metier eines Opernkomponisten auszuüben, zumal in Großbritannien. Tatsächlich kann man sich kaum vorstellen, dass die Trickkiste traditioneller Opern-Topoi noch erschöpfender zu plündern...
