Kasachische Lovestory
Ein kurzer Titel – was bedeutet er? Abai, auch Abay geschrieben, war der erste und wichtigste Dichter und Philosoph des mittelasiatischen Volkes der Kasachen, anno 1845 in Semej geboren, dort 1904 gestorben. Abai übertrug russische Literatur ins Kasachische, seine Ende des 19. Jahrhunderts entstandenen Gedichte gelten trotz russischen Einflusses sprachlich wie thematisch als authentische kasachische Literatur. Abai versuchte immer wieder, in der Zeit der russischen Kolonisation zwischen den beiden Kulturkreisen zu vermitteln.
Sein aufklärerischer Geist stand im Gegensatz zum Denken und Fühlen seines Heimatlandes und dessen Stammesstrukturen.
Wenn man diesen Hintergrund kennt, versteht man die Handlung der Oper «Abai» des Komponistenduos Achmet Schubanow und Latif Hamidi besser – das Werk erfuhr seine deutsche Erstaufführung am Südthüringischen Staatstheater in Meiningen. Die Handlung: Ein junges Liebespaar – er ein russischer Filmregisseur, sie eine hübsche Kasachin, die nach alter Väter Sitte schon als Kind einem anderen Stammesmann versprochen war – wird während einer Kinovorführung beim Schmusen erwischt, weil plötzlich der Film reißt und das Licht angeht. Das Ganze ereignet sich ...
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Opernwelt November 2012
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Gerhard Rohde
So einen Schluss gibt’s nicht noch mal im Musiktheater. Ein herzzerreißender instrumentaler Aufschrei auf einem Ton, fortissimo diminuendo; kantig hartes Schlagwerk, Rührtrommeln, ein erbarmungslos herausgestanzter Rhythmus, in Noten gesetzter Stechschritt. Das Ganze wie in Zeitlupe wegbröckelnd ins Nichts. Und in der Stille tut es alles dann erst richtig weh.
Sollt...
Soll es ein Wald sein, dichtes Geäst, durchsetzt von Lichtpunkten? Oder doch eine Metropole aus der Vogelperspektive? Oder einfach ein Haufen Geröll? Schimmert plötzlich ein bleiches Riesengesicht hervor? Schwer zu sagen, schwer zu sehen, was da im ersten Akt hinter Mimes metallener Baukastenwerkstatt flimmert. Denken kann man sich viel, es bringt aber wenig. Denn...
Jede Köchin muss in der Lage sein, die Staatsmacht auszuüben», lässt sich Lenin im Programmheft zitieren. Bevor das allerdings geschehen kann, gilt es erst einmal Tabula rasa zu machen in den eigenen vier Wänden. Von denen kann in der Oper «Wir gratulieren» von Mieczyslaw Weinberg zwar nicht die Rede sein; zwei Akte lang spielt sie in der Küche eines...
