Kaltes Feuer
Die zweite von Stéphan Lissner eingefädelte Premiere an der Opéra national bot dem Pariser Publikum ein doppeltes Wiedersehen. Krzysztof Warlikowski hatte unter Gerard Mortier die Regiepalette des Hauses bereits um einige Arbeiten bereichert. Während der von Mortiers Nachfolger Nicolas Joël geprägten Jahre der Restauration war er erwartungsgemäß nicht mehr zum Zug gekommen. Dass Lissner den polnischen Regisseur jetzt wieder engagierte, darf, was die angestrebte ästhetische Neuausrichtung betrifft, auch als symbolischer Akt gewertet werden.
Fast noch wichtiger: Lissner hat Esa-Pekka Salonen dazu gebracht, endlich wieder an der Pariser Oper zu dirigieren – nach neunjähriger Abstinenz. Zur Erinnerung: Im März 2006 musste wegen eines Mitarbeiterausstands die Premiere von Kaija Saariahos «Adriana Mater» verschoben werden. Salonen empfand das als Zumutung: An einem Haus, an dem streikende Beschäftigte eine Uraufführung platzen ließen, wollte der Finne nicht mehr arbeiten. Jetzt hat er seinen Groll offenbar überwunden. Ein Glücksfall, wie der Bartók-Poulenc-Abend bewies.
In ihrer ersten gemeinsamen Arbeit wagen Warlikowski und Salonen den Versuch, einen roten Faden von Béla Bartók zu ...
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Opernwelt Januar 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Christian Merlin
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Was ist nicht schon alles über Mozarts «Zauberflöte» geschrieben worden! Wie viele Geheimnisse wurden in Schikaneders Libretto hineininterpretiert! Und haben nicht sogar einige Autoren dessen sprunghafte Dramaturgie als «Machwerk» abgetan?
Eine Pariser Bearbeitung aus dem Jahr 1801 zeigt, was aus dem merkwürdigen Stück wird, wenn man es zur durchkomponierten Oper...
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Aber die Vokalmusik? Da dünnt die Diskografie dramatisch aus. Ein paar...
