Jenseits der Interpretation?

Versuche über Mozart: Drei junge Teams haben sich mit «Così fan tutte» beschäftigt – und ihre Arbeiten auf der Experimentalbühne der Deutschen Oper Berlin vorgestellt

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Das Theater neu erfinden, mindestens! Irgendwie will Clara Hinterberger alles. Und zwar hier. Und jetzt. Irgendwie will sie aber auch gar nichts. Bei ihr gibt es alles gleichzeitig, gleichwertig, neben- und durcheinander. Anspruch und Attitüde. Chuzpe und Fatalismus. Hintersinn und Hilflosigkeit. Kunst? Leben? Liebe? Hass? Tod? Alles Material. Bausteine. Schlagwörter. Gedanken, Bilder, Ereignisse flottieren frei, ohne Anfang, ohne Ende, Richtung oder Ziel. Panta rhei, alles (ver-)fließt. Im Alltag, im Netz, im Kopf, auf der Bühne.

Wenn die junge Regisseurin über ihre Arbeit spricht, ist immer wieder von «Versuchsanordnungen» die Rede, von «fragilen Realitäten» und «Labyrinthen», durch die sich der Zuschauer seinen eigenen Weg bahnen müsse. Klingt irgendwie nach Dekonstruktion, Partizipation. Aber was heißt das für die künstlerische Praxis? Zumal, wenn die «Zukunft der Oper» auf dem Spiel steht?

Die Probe aufs theoretisch aufgerüstete Extemporieren war Ende Oktober an der Deutschen Oper Berlin zu besichtigen. Genauer: drei experimentelle Anverwandlungen von «Così fan tutte». Die Ausgangsfrage der an der Kunstuniversität Graz entstandenen szenischen Entwürfe lautete: Wie lässt sich ...

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Opernwelt Dezember 2013
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Albrecht Thiemann

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