Beethoven am Byfjord
Mary Miller ist eine energische Person. Charmantes Selbstbewusstsein und fordernde Zielstrebigkeit strahlt sie aus. Muss sie wohl auch. Denn sie kann zwar stolz darauf sein, der Bergen National Opera, kurz BNO, in ihrer dreijährigen Amtszeit als Chefin auch international Gehör verschafft zu haben, aber sie gibt sich nicht zufrieden mit der logistischen Situation: «Ich brauche ein richtiges Opernhaus!», sagt Miller, weiß aber, dass es noch zehn Jahre dauern dürfte, bevor es ein eigenes Haus geben wird.
2005 wurde die BNO als Joint Venture vom Bergen Philharmonic Orchestra, dem National Venue of Theatre, der Grieghalle und dem Bergen International Festival gegründet. In Zusammenarbeit mit dem Festival entstanden viel beachtete Inszenierungen, etwa Tan Duns «Marco Polo», aber auch Eigenproduktionen wie zuletzt Janáceks «Schlaues Füchslein». Die Jugendarbeit spielt bei der BNO eine ebenso große Rolle wie zeitgenössisches Musiktheater. In dieser Saison gibt es zwei Uraufführungen: die von Teenies für Teenies geschriebene Oper «Alt om min Familie». Und die Auftragskomposition «Stemmer», ein «Operatorio» des britischen Komponisten Orlando Gough.
Als Auftakt der Feierlichkeiten zur ...
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Opernwelt Dezember 2013
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Regine Müller
Stefan Soltesz’ Schatten in Essen ist lang. Sechzehn Jahre führte er das Haus mit straffer Hand in die Oberliga der Opernhäuser, nun rücken seine Erben nach – und Soltesz hat alle geplanten Gastspiele an seinem ehemaligen Haus abgesagt. Dieser Spannungen ungeachtet wagt das neue Leitungsteam mit Hein Mulders als Intendant und dem tschechischen Dirigenten Tomás...
Zunächst sieht es so aus, als sei Anthony Pilavachis neueste Wagner-Inszenierung ganz und gar aus dem Dekorativen erwachsen; Tatjana Ivschinas Bühnenbild, ein feudaler großbürgerlicher Spätbiedermeier-Salon, fügt sich geradezu ideal in den Jugendstil-Rahmen des Lübecker Bühnenportals. Ein optischer Genuss. Dann aber bemerkt man, dass der Regisseur, ohne die...
«Verdi im Visier» – so lautet das martialisch anmutende Motto für eine Aufführungs-Trias der Staatsoper Hamburg von drei frühen Opern des Komponisten: «La battaglia di Legnano», «I due Foscari» und «I lombardi alla prima crociata» unter der musikalischen Leitung von Simone Young und in der Regie von David Alden. Schon nach den beiden ersten Aufführungen kann man...
