Italienische Moderne

Klangzauber à la Richard Strauss für einen Stoff aus Dantes Hölle: Riccardo Zandonais «Francesca da Rimini»

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Wenige Episoden aus Dantes monumentaler «Commedia» sind so bekannt wie die Erzählung von der ehebrecherischen Liebe der Francesca da Rimini und ihres Schwagers Paolo Malatesta. Mindestens zwei Dutzend Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts griffen den Stoff auf. Für die literarische Moderne hat jedoch keine Oper so viel Gewicht wie die 1914 in Turin unter Toscanini uraufgeführte «Tragedia» Riccardo Zandonais. Denn der aus dem Trentino stammende Komponist vertont den (radikal gekürzten) Text des dekadenten Literatur-Papstes Gabriele D’Annunzio als «Literaturoper».

Zandonai greift mit Anklängen an Wagner die intertextuellen Verweise auf dessen «Tristan» in D’Annunzios Versdrama auf. Mit subtilem, Richard Strauss und Claude Debussy verpflichtetem Klangzauber bringt er die schwül-erotischen und dumpf-gewalttätigen Höhepunkte des Dramas regelrecht zur Explosion. Überdies mischt er mit imaginärer «Alter Musik» – unter Einsatz einer Viola pomposa und einer Laute – ­weitere preziöse Klangfarben hinzu.

Der in Freiburg im Breisgau entstandene Mitschnitt zweier konzertanter Aufführungen vom Juli 2013 (siehe OW 10/2013) fügt der durchaus ansehnlichen Diskografie dieser Oper (mehr als ein ...

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Opernwelt Juni 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 28
von Anselm Gerhard

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