Ideen stinken nicht
Herr Gerhaher, ist die Oper noch immer der andere Kontinent, von dem aus Sie gern ins heimische Lied zurückkehren?
Oper singe ich eigentlich schon sehr lang, so fremd kann die mir also nicht sein. Wenn mich jemand nach meinem Beruf fragt – ob Handwerker, Universitätsprofessor oder Taxifahrer –, sage ich, ich sei Opernsänger. Bei «Sänger», glaube ich, vermuten viele eher Pop oder die Don Kosaken. «Opernsänger» erklärt sich von selbst.
Vor dem Zürcher «Wozzeck» gab es bestimmt schon viele Anfragen für diese Rolle.
Warum das Debüt erst vor einem Jahr?
Weil ich mich vorher nicht getraut habe. Und auch bei der Vorbereitung auf die Zürcher Premiere dachte ich mir: Ich kann das nicht, ich schaff das nicht. Merkwürdigerweise hätte ich aber, im Rückblick besehen, andere Rollen eher ablehnen sollen. Der Wozzeck, so glaube ich, hat sich als das Richtige herausgestellt. Die Partie, das war mir vor Probenbeginn immerhin klar, kann ja eigentlich kein Sänger ganz erfüllen, allein was den Ambitus betrifft. Es gibt darüber hinaus vielfältigste Anforderungen. In den Notationen ist eine so weitgehende Fantasie Alban Bergs erkennbar, dass – wenn man mal die Wozzeck-Darsteller vergleicht – extreme und ...
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Opernwelt Jahrbuch 2016
Rubrik: Sänger des Jahres, Seite 28
von Markus Thiel
Dass die Berliner Lindenoper und das Theaterensemble am Kölner Offenbachplatz dringend saniert werden mussten, steht außer Frage. Eine neue Konzerthalle für Hamburg – auch sie war überfällig. Und niemand wird bestreiten, dass es bei den maroden Gebäuden der Städtischen Bühnen in Frankfurt und Augsburg akuten Handlungsbedarf gibt. Wenn diesmal vorwiegend...
Deutschland
Aachen
Theater Aachen
GENERALINTENDANT UND GESCHÄFTSFÜHRER: Michael Schmitz-Aufterbeck
GENERALMUSIKDIREKTOR: Kazem Abdullah
VERWALTUNGSDIREKTOR UND GESCHÄFTSFÜHRER: Udo Rüber
SEKRETARIAT DER GESCHÄFTSFÜHRUNG: Doris Hautermann, Tatjana Trunsperger
CHEFDRAMATURGIN: Inge Zeppenfeld
KÜNSTLERISCHE BETRIEBSDIREKTORIN, CHEFDISPONENTIN UND STELLV. DES...
Was hier Mensch ist und was Tier, wer Mann und wer Frau, bleibt in dämonischem Dunkel. Normales Maß gilt nicht mehr in dieser Todeslandschaft. «Kalter Glanz» fällt auf «Vogelleichen», aus deren Grabhügel ragt «eine Menschenhand». Barrie Kosky und Teodor Currentzis gelang in Zürich ein im Wortsinn atemraubender «Macbeth» (OW 6/2016).
Eine exemplarische Produktion:...
