Hoher Ton und Volkes Stimmen
Er war sechzig Jahre alt und hatte ebenso viele Opern geschrieben, als die Entscheidung fiel. Giovanni Simone Mayr kehrte dem Theater den Rücken und schrieb fortan nur noch Sakralmusik. «Demetrio, Re di Siria», am 27. Dezember 1823 am Teatro Regio in Turin uraufgeführt, könnte man dabei als eine Art Vermächtniswerk ansehen, in dem der Komponist die Summe seiner Arbeiten für die Bühne zieht. Interessanterweise griff er dabei auf ein Libretto von Pietro Metastasio zurück, das fast hundert Jahre zuvor schon von Johann Adolf Hasse vertont worden war.
Dieser rückwärtsgewandte Ansatz mag die Ursache dafür gewesen sein, dass das anfangs erfolgreiche Stück bald verschwand.
Musikalisch hat die Geschichte des unerkannten Königssohnes Demetrio, der die Tochter des Usurpators Alexander (Cleonice) liebt und dabei in Rivalität zum Sohn seines Vormundes (Olinto) gerät, eine Menge zu bieten. Mayrs melodische Einfallskraft ist ungebrochen, seine Fantasie im Einsatz der Solo-Instrumente des Orchesters, die in einigen Nummern den Gesangsstimmen gleichberechtigt zur Seite gestellt sind, immer wieder überraschend. Mayr aktualisiert die überlebte Form der Opera seria und unterläuft sie gleichzeitig. In ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2012
Rubrik: Medien, Seite 43
von Ekkehard Pluta
Abschied
Ein Jahr vor ihrem Tod haben wir in ihrem Dresdner Intendantenbüro zusammengesessen. Es ging um die Semperoper, um Christian Thielemann, den sie gerade als Chefdirigent für die Staatskapelle gewonnen hatte, um Gott und die Welt. So war es immer, wenn man mit Ulrike Hessler sprach. Auf Kritik konnte sie auch mal dünnhäutig reagieren, aber sie war nie...
Die «Elektra»-Musik ist die modernste und kühnste, die Richard Strauss je komponiert hat. Kreischende Dissonanzen, schlingernde Polytonalität. Das Orchester fährt pausenlos Achterbahn, wenn es alle Herausforderungen meistert. Zu den während der letzten beiden Jahrzehnte produzierten CD-Einspielungen zählen die von Daniel Barenboim (1994), Giuseppe Sinopoli (1995)...
Impressum
53. Jahrgang Nr. 9/10
Opernwelt wird herausgegeben
vom Friedrich Berlin Verlag
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752247
Redaktion Opernwelt
Knesebeckstraße 59-61 | 10719 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 0
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
E-Mail: redaktion@opernwelt.de
www.opernwelt.de
Redaktionsschluss dieser Ausgabe war
der 14.08.2012.
Redaktion:
Stephan Mösch
Albrecht...
