Infos
Abschied
Ein Jahr vor ihrem Tod haben wir in ihrem Dresdner Intendantenbüro zusammengesessen. Es ging um die Semperoper, um Christian Thielemann, den sie gerade als Chefdirigent für die Staatskapelle gewonnen hatte, um Gott und die Welt. So war es immer, wenn man mit Ulrike Hessler sprach. Auf Kritik konnte sie auch mal dünnhäutig reagieren, aber sie war nie nachtragend, immer neugierig, machte sich Notizen, sobald Namen – eines Künstlers oder Stücks – fielen, die ihr interessant erschienen.
In Kassel geboren, hatte Ulrike Hessler zunächst Germanistik und Romanistik studiert, bevor sie – von Wolfgang Sawallisch gefördert – Pressesprecherin der Bayerischen Staatsoper wurde. Das Haus am Max-Joseph-Platz sollte bis zu der von ihrem Vorgänger Gerd Uecker (auch er ein Münchner Operngewächs) eingefädelten Berufung nach Dresden ihr wesentliches Aktionsfeld bleiben. In den neunziger Jahren vertraute Peter Jonas der erfolgreichen Netzwerkerin mit besten Beziehungen in Münchens Politik und Society die neu aufgestellte Marketing-Abteilung der Staatsoper an. Als Jonas’ (aus Dresden) engagierter Nachfolger Christoph Albrecht noch vor Dienstantritt das Handtuch warf, stieg Ulrike Hessler sogar ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2012
Rubrik: Service, Seite 86
von Marc Staudacher
Mit «Émilie», Kaija Saariahos dritter Kollaboration mit dem Librettisten Amin Maalouf, hat das Lincoln Center Festival zum wiederholten Mal ein Stück importiert, dessen Stoff zwar kulturhistorisch interessant, aber nicht augenfällig für das Musiktheater geeignet ist. Die Produktion selbst bezieht ihren Glanz denn auch mehr von erlesenen Werbefotos als aus ihrer...
In den Festzelten füllen sich die Plastikbecher mit Kaltgetränken, die Luft ist warm, der Himmel blau, die Laune leicht. Das Thema aber ist schwergewichtig: Im Schatten der steilen Sandstein-Silhouette von Dom und Severikirche wird Verdis selten gespielte Kreuzzugs-Oper «I lombardi» gezeigt. Eine goldene Welle schwingt sich elegant über den Fuß der Freitreppe, eine...
Das auch im Denglischen gern benutzte Modewort «Package» steht im Operngeschäft für die Gesamtausstrahlung eines Sängers: Stimmtechnik, Timbre sowie Persönlichkeit und die Fähigkeit, sich zu «verkaufen». Wobei die beiden letzteren Eigenschaften gern verwechselt werden. Und es sind auch vor allem diese beiden, die häufig bei der Beurteilung von Sängern in den...
