Heiter, leicht, geradeheraus
Die Trümmer der nächtlichen Prügelei liegen noch auf der Festwiese herum und müssen von den arg blessierten Meistern erst diskret beiseitegeräumt werden, bevor der Sängerwettstreit beginnen kann. Alle sind damit beschäftigt, die Verbände, die Pflaster und blaue Flecken zu verbergen – bis sie merken, dass die Kollegen so ramponiert sind wie sie selbst. Und wieder lacht das Publikum in der Oper Chemnitz, über den (nicht immer subtilen) Humor Richard Wagners und des Regisseurs Michael Heinicke.
Überhaupt herrscht viel Heiterkeit im Saal über diese vorbildlich textverständliche Aufführung Mitte April.
Heinicke verlegt das Stück über (deutsche) Leitkultur und künstlerische Innovation in ein Museum des 19. Jahrhunderts. Wagner und seine Zeitgenossen träumen sich in ein Fantasie-Mittelalter zurück, in dem es nicht besonders idyllisch zugeht. In der Rotunde des Bühnenbildners Peter Sykora werden die Figuren der alten Geschichte nachts lebendig, spielen das Geschehen nach. Dabei fokussiert die Regie weniger auf die gesellschaftlichen Spannungen zwischen Adel und Bürgertum als auf die Dialektik von Anziehung und Abstoßung zwischen dem alternden Hans Sachs und der jungen Eva Pogner. Und ...
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Opernwelt Juni 2016
Rubrik: Magazin, Seite 81
von Uwe Friedrich
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