Halbes Glück

Christian Thielemann gewinnt sein Publikum bei den Salzburger Osterfestspielen mit Wagners «Parsifal», doch die Szene fällt weitgehend flach.

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Unbemerkt, wie schon in den ersten beiden Akten, hat Christian Thielemann sich zum Pult geschlichen und will eben den ersten Violinen den Einsatz geben zum auftaktigen Quintensprung b–f’ des dritten Aufzugs. Doch kaum wird man seines Scheitels ansichtig, brechen die Bravos los. Willkommen in Salzburg; ein neues Jahr, ein neues Glück. Während die Berliner Philharmoniker nach 45 Jahren an der Salzach sich nun im Badischen umtun, treten Thielemann und die Sächsische Staatskapelle Dresden an ihrer Stelle die österliche Regentschaft an.

Wobei man sich, wie Thielemann am Morgen danach in einer Pressekonferenz verkündete, gegenseitig Erfolg wünschte – per SMS. Fein.

Auch mit den Berlinern unter Simon Rattle wäre es ja «Parsifal» geworden, zum Wagner-Jahr, wiewohl – nach den Eindrücken vor ein paar Jahren an Covent Garden und danach an der Wiener Staatsoper – das Stück nicht unbedingt zu Rattles Stärken gehört. Thielemann wiederum ortet es eindeutig in Bayreuth. In seinem Buch «Mein Leben mit Wagner» stellt er fest: «‹Parsifal› ist das einzige Musikdrama Wagners, das dem gedeckelten Orchestergraben und der Bayreuther Akustik wirklich auf den Leib geschrieben wurde.» Und wer miterlebt hat, ...

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Opernwelt Mai 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Gerhard Persché

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