Wagners Grenzen
Die Perspektive ist ungewohnt. Meist wird es den Sängerinnen und Sängern angelastet, wenn sie mit Wagners Partien nicht zurechtkommen. Otto Iro argumentiert umgekehrt: Wo liegen Wagners Irrtümer bei der Gestaltung seiner Rollen? Wo fordert er Dinge, die jeder Physis und jeder gesangstechnischen Logik widersprechen? Otto Iro (1890–1971) stammte aus dem Sudetenland, studierte in Wien neben seiner Gesangsausbildung auch Musikwissenschaft bei Guido Adler. Eine Sängerkarriere hat er nie gemacht. Vielmehr wurde er schon früh zu einem der wichtigsten Gesangspädagogen seiner Zeit.
Elsa Cavelti, Fritz Krenn und Josef von Manowarda gehören zu seinen Schülern. Ab 1919 gab er im Selbstverlag die Zeitschrift «Die Stimmbildung. Stimmwissenschaftliche Blätter für Kultur und Kritik des Kunstgesangs» heraus und war zugleich ihr wichtigster Autor. Es ist keine Übertreibung: In den 1920er- und 1930er-Jahren hat niemand so griffig und luzide über Gesang geschrieben wie Otto Iro. Wir dokumentieren Auszüge aus seinen zentralen Texten. Sie gehen über Fragen des Wagner-Gesangs hinaus und wirken vielfach in geradezu bestürzender Weise aktuell. Aufmerksam gemacht auf diese Texte hat uns – Ehre wem Ehre ...
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Opernwelt Mai 2013
Rubrik: Dokumentation, Seite 40
von
Der Abend könnte auch Hermanns Erzählungen heißen. Tschaikowskys Hermann und Offenbachs Hoffmann sind Brüder im romantischen Geiste – fragile Existenzen, die, wie der britische Germanist Roger Paulin schreibt, «sehr leicht ins Dämonisch-Fratzenhafte, ja ins Verbrecherische abgleiten» können. Regisseurin Eva-Maria Höckmayr erzählt in ihrer Freiburger «Pique...
Ein neuer «Ring» soll geschmiedet werden – von Valery Gergiev und seinen Truppen. Die Arbeit daran soll sich über zwei Jahre hinziehen, was wohl an den internationalen Verpflichtungen der Beteiligten liegt, die nur selten gleichzeitig frei sind. Für die Aufnahme der «Walküre» zum Auftakt des Projekts fanden sie sich zwischen dem 24. und 27. Juni 2011, zwischen dem...
Als er noch nicht der große Meister war, sondern ein kleiner Kapellmeister mit hochfliegenden Plänen, saß Richard Wagner eines Abends – es wird 1838 gewesen sein – in seiner Rigaer Wohnung und war angeregt von zwei Büchern. Das eine bot Erzählungen von Wilhelm Hauff, darunter das «Gespensterschiff». Das andere konfrontierte ihn mit dem Roman über einen...
