Gut zitiert ist halb gewonnen
Auch in seiner italienischen Heimat wird Ottorino Respighi als Opernkomponist nur am Rande wahrgenommen. Für das deutsche Publikum ist er in erster Linie der Schöpfer der sinfonischen Rom-Trilogie, die immer wieder in den Konzertprogrammen auftaucht. Seine durchaus bühnenwirksamen Opern «Belfagor», «La campana sommersa» (nach Gerhard Hauptmann) und «La fiamma» fehlen dagegen auf den Spielplänen.
Die Deutsche Oper Berlin, die sich 2006 schon für Alberto Franchettis «Germania» stark gemacht hatte, versuchte jetzt, diese Lücke mit einem frühen Bühnenwerk Respighis, der «Marie Victoire» zu schließen, das – eine Kuriosität der Musikgeschichte – erst vor fünf Jahren seine verspätete Uraufführung in Rom erlebt hatte.
Die Oper geht auf ein gleichnamiges Pariser Erfolgsstück von Edmond Guiraud (1911) zurück, ein Historiendrama aus der Zeit der französischen Revolution. Der Verleger Edoardo Sonzogno, der dem jungen Respighi dieses Sujet geradezu aufzwang, hoffte damit an den Erfolg von Giordanos «Andrea Chénier» anzuknüpfen. Da wie dort geht es um ein privates Schicksal inmitten blutiger Umwälzungen. Guirauds Handlung beginnt im Revolutionsjahr 1793. Maurice und Marie de Lanjallay, in Liebe ...
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