Große Bühne für José Carreras in Tirol
Mit der Uraufführung «El Juez» in Erl kehrte José Carreras nach längerer Abstinenz auf die große Bühne zurück. In Christian Kolonovits Oper geht es um einen alten Richter, der sich mit den während der Franco-Diktatur verschleppten Kindern «systemfeindlicher» Eltern befasst. Die Recherchen führen zu einer sehr persönlichen Aufarbeitung, denn der Richter selbst ist verstrickt. Librettistin Angelika Messner verbindet klug Historie und private Schicksale, Regisseur Emilio Sagi inszeniert routiniert.
Carreras teilt sich klug seine Energien ein, um bei sparsam dosierten ariosen Ausbrüchen zu glänzen. Dabei kommt ihm zupass, dass seine Partie viel Mittellage und eher tiefere Töne verlangt, gefordert ist gleichsam eine Mischung aus Tenor und Bariton. Das körperliche Spiel bleibt eher zurückhaltend, Carreras gestaltet lieber innere Dramen und arbeitet mit nuancierter Mimik.
Am Pult des Tiroler Festspielorchesters stand David Giménez, der alle Feinheiten der Partitur schön herausarbeitete. Kolonovits ist bisher vor allem als Arrangeur, Produzent sowie Komponist von Schlagern und Pop-Musik hervorgetreten. Umso erstaunlicher, was ihm mit «El Juez» gelungen ist. Keine neutönende Oper, aber ein ...
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Opernwelt November 2014
Rubrik: Magazin, Seite 84
von Jörn Florian Fuchs
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