Grétry & Co.
Die Opéra Comique gehört heute wieder zu den aktiven Pariser Opernhäusern. Die Direktion sieht es als primäre Aufgabe des Hauses an, «das französische Repertoire zu pflegen». Der Verständlichkeit des Textes komme dabei, wie stets in der französischen Operntradition, eine große Rolle zu. Konkret heißt das: Auf der Bühne der Salle Favart uraufgeführte Werke wie «Carmen» oder «Pelléas et Mélisande» finden hier ein sorgenfreies Zuhause, aber auch Werke des 18. Jahrhunderts, die von der Truppe der Opéra Comique anderswo produziert wurden, werden zu Hause liebevoll gepflegt.
So wurde die einst berühmte Oper «Der eifersüchtige Liebhaber» von Grétry, die ihrem Schöpfer den Ruhm eines der größten Komponisten seiner Zeit eingebracht hatte, nicht nur in der Koproduktion mit dem Centre de Musique Baroque de Versailles inszeniert, sondern auch von einem Festival gerahmt, das dem Musiktheater zur Zeit Grétrys galt.
Allerdings war bei keiner Inszenierung etwas Herausragendes zu entdecken. Am schlimmsten fiel «Zémire et Azor» aus, weil bei diesem Märchen extrem überzeichnet und grimassiert wurde. Dagegen besaß die konzertante Aufführung von Philidors «Sancho Panza» Lebendigkeit, Natürlichkeit, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Eine «Männergesellschaft», die sich auszeichnet durch den hohen Anspruch an Gemeinschaft, an Wissen, Wahrheit, Erkennen und Sicherheit, die aber, dogmatisch erstarrt, Körperlichkeit und Sinnlichkeit (repräsentiert im «Weiblichen») ausschließt und sich damit an den Rand des Untergangs bringt: Die Beschreibung der «Parsifal»-Problematik, wie sie Regisseur Frank...
Walter Scotts «Ivanhoe»-Roman führt zurück ins mittelalterliche England. Während der Abwesenheit von König Richard Löwenherz ist das Land gespalten: Den eisernen Normannen stehen die freiheitsstolzen Angelsachsen gegenüber. Hinzu kommt ein intrigierender Bruder des Königs, der selbst die Krone erlangen möchte. Scott, der mit diesem Werk einen neuen Typus des...
Günter Krämer und Gerd Albrecht brachten in den neunziger Jahren einen «Ring» in Hamburg heraus. Andreas Reinhardt, langjähriger Kombattant, hatte damals die kühlen (und mit Elementen der Industriekultur prunkenden) Bilder entworfen: großzügig, modern, solide.
Nun ergriff Krämer die Chance zu einer neuerlichen Auseinandersetzung mit einem der Hauptwerke des 19....
